GM/Saturn
Roger Penske, der Retter der GM-Marke „Saturn“

Selfmade-Milliardär Roger Penske will die GM-Marke „Saturn“ retten. In Detroit wissen sie: Wenn es einer schafft, dann er.

NEW YORK. Von außen betrachtet, fällt es schwer zu entscheiden, was waghalsiger ist: in einem Formel-1-Wagen ans Limit zu gehen, nur um als Erster ans Ziel zu kommen – oder mitten in der schwersten Krise der Branche in die Herstellung von Autos einzusteigen.

Roger Penske, US-Motorsportlegende und Milliardär, scheint beides für ein kalkulierbares Risiko zu halten. Nur zwei Wochen nachdem das Team des Selfmade-Milliardärs zum 15. Mal den US-Motorsportklassiker Indy 500 gewonnen hatte, kaufte der 72-Jährige dem insolventen Autobauer General Motors (GM) vergangenen Freitag die Marke „Saturn“ ab.

„Der Kerl ist verrückt“, sagt ein Ex-Mitarbeiter mit bewunderndem Unterton über Penske und trifft damit vermutlich den Nagel auf den Kopf. Denn mit einer Kombination aus „Verrücktheit“ – er nennt es wohl Risikobereitschaft – und Perfektionismus hat es der ehemalige Rennfahrer zum zweitgrößten Autohändler in den USA gebracht.

Begonnen hat Penske seine Karriere in den Boomjahren des US-Automobilbaus auf und an der Rennstrecke. Mit 21 Jahren bestreitet er 1958 sein erstes offizielles Rennen. Schon damals finanziert er sich mit Autohandel. Nur verkauft er neben seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften nicht wie heute Pkws und Trucks, sondern Rennwagen.

Sein Leben als Motorsportler fand vor allem in den USA statt, aber Anfang der 60er-Jahre nahm er auch an zwei Formel-1-Rennen teil. 1965 beendete er seine Fahrerkarriere, um sich ganz dem Geschäft mit Rennwagen zu widmen. Im gleichen Jahr kaufte er einen Chevrolethändler in Philadelphia auf, der zur Keimzelle seines heute weltweit 310 Geschäftsstellen umfassenden Firmenimperiums wurde. Insgesamt vertreibt Penske 40 Marken, darunter auch exklusiv für die USA den Daimler-Kleinstwagen Smart. Mit einer in Wiesbaden ansässigen Tochterfirma ist er auch in Europa aktiv. In Deutschland gehören ihm gut 40 Autohäuser. Schätzungen zufolge hat Penske 2007 hierzulande 15000 Neuwagen verkauft.

Mitarbeiter und Kollegen beschreiben den Vater von fünf Kindern als Perfektionisten. Wenn er in eines seiner Autohäuser komme, hebe er Lappen vom Boden auf und stelle Stühle ordentlich an die Tische, erzählen Angestellte. Vor dem Footballfinale „Super Bowl“, für dessen Austragung in seiner Wahlheimat Detroit er mit gesorgt hatte, fuhr Penske persönlich durch die Viertel um das Stadion, um für ein präsentables Äußeres der Stadt zu sorgen.

Wie ein Rennfahrer, der nur mit perfekter Fahrtechnik in neue Geschwindigkeitbereiche seines Autos vordringen kann, wird Penske ein perfektes Management seines Saturn-Projektes benötigen. Denn er betritt unternehmerisches Neuland. Die seit 20 Jahren wenig erfolgreiche GM-Marke soll mit einem weitgehend neuen Konzept mitten in der Krise wieder profitabel werden.

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