GM soll als Partner zu finanzschwach sein
Chrysler verstärkt Verhandlungen mit Renault

Der notleidende US-Autobauer Chrysler verstärkt laut Medienberichten seine Verhandlungen mit den verschwisterten Konzernen Renault und Nissan über eine weltweite Allianz. Chrysler strebe aber vorrangig noch immer eine Übernahme durch den größten US- Autobauer General Motors (GM) an,

HB DÜSSELDORF. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, steht dieser Plan aber wegen der leeren GM-Kassen vor massiven Finanzierungsproblemen. Nissan und Renault könnten mit einer Minderheitsbeteiligung bei Chrysler einsteigen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Insider. In dem globalen Verbund würde Chrysler weit mehr intakt bleiben, als bei einer Übernahme durch die Opel-Mutter GM.

Unter dem Dach von GM stünden ein drastischer Abbau von bis zu 40 000 Stellen sowie Milliardeneinsparungen an. Der Chef von Renault und Nissan, Carlos Ghosn, bevorzugt Kooperationen statt Fusionen. Einen US-Anbieter als dritten Partner im Verbund nannte er erst zuletzt wieder einen logischen Schritt. Ghosn hatte 2006 auch bereits mit GM über eine Allianz gesprochen, die Amerikaner wollten dann aber lieber doch weiter eigenständig bleiben.

GM und Chrysler wären gemeinsam der nach Verkaufszahlen größte Autobauer der Welt vor dem japanischen Toyota-Konzern. GM leidet angesichts der steilen Talfahrt des US-Automarktes wie auch der Wettbewerber Ford unter Milliardenverlusten und verbrennt derzeit monatlich rund eine Milliarde Dollar an liquiden Mitteln. Im Kampf gegen eine drohende Pleite wären Chryslers flüssige Reserven von rund zwölf Milliarden Dollar bei GM sehr willkommen.

Chrysler-Eigner ist der US-Finanzinvestor Cerberus, der 2007 rund 80 Prozent vom deutschen Daimler-Konzern übernommen hatte. Daimler verhandelt gerade über den Verkauf seiner Chrysler-Restbeteiligung an Cerberus.

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