GM steigt bei Lyft ein: Opel-Mutter investiert halbe Milliarde in Uber-Konkurrenten

GM steigt bei Lyft ein
Opel-Mutter investiert halbe Milliarde in Uber-Konkurrenten

Uber bekommt es mit einem Riesen der Autoindustrie zu tun. General Motors steigt beim ärgsten Konkurrenten Lyft ein – und will nun den Traum vom fahrerlosen Taxi vorantreiben.

DüsseldorfNun steigt auch General Motors in das Wettrüsten um die Mobilität von Morgen ein. 500 Millionen Dollar (rund 460 Millionen Euro) investiert der Autoriese in den US-Fahrtenvermittler Lyft – den größten Konkurrenten von Uber. Der Einstieg ist Teil einer neuen Finanzierungsrunde, mit der Lyft rund eine Milliarde Dollar einsammeln will, und es ist die bislang größte Investition eines klassischen Autobauers in ein Mobilitäts-Start-up.

Auch personell stärkt der Autoriese seinen Einfluss. GM-Präsident Dan Ammann soll in den Vorstand von Lyft aufrücken. Die Autoindustrie werde sich in den kommenden fünf Jahren stärker verändern, als in den 50 Jahren zuvor, betonte Ammann, „und wir wollen sicherstellen, dass wir bei diesem Wandel an vorderster Front dabei sind.“

Darum spricht der GM-Manager auch lieber über eine Allianz als eine Kooperation. In etlichen Städten will GM den Lyft-Fahrern eine Flotte von Fahrzeugen bereitstellen, die kurzfristig und passend zur jeweiligen Anfrage gemietet werden können. Die langfristige Vision sei es, ein Netzwerk aus selbstfahrenden Autos aufzubauen, die auf Abruf parat stehen. Den Traum vom Roboter-Taxi verfolgt auch Konkurrent Uber.

Die beiden Fahrtenvermittler streiten darum, wer die führende Plattform für die Mobilität der Zukunft wird. Es ist ein Geschäft, in dem es vor allem auf Größe ankommt – und das sich mit dem autonomen Auto noch beschleunigen soll. Wer die größte Flotte hat, kann die beste Qualität und die niedrigsten Preise anbieten. Im Kampf zwischen Uber und Lyft könne man daher kaum neutral bleiben, betont Ammann in einem Telefoninterview, da ein bestimmtes „Niveau an Integration und Kooperation“ nötig sei. Dies sei nur langfristig zu erreichen.

Mit GM an der Seite kann Lyft auch Uber die Stirn bieten. Nicht nur, weil der Gesamtwert des Unternehmens auf mittlerweile 5,5 Milliarden Dollar angewachsen ist. Die Schar der Investoren, die ihr Geld bei Lyft angelegt haben, ist international: Der saudi-arabische Prinz Alwaleed Bin Talal ist genauso beteiligt, wie die amerikanische Janus Capital Management, der japanische Konzern Rakuten, sowie die Chinesen von Didi Kuaidi und Alibaba.

Besonders die enge Verbindung nach China könnte sich im Konkurrenzkampf mit Uber als Trumpf erweisen. Vor wenigen Wochen hatte Lyft bereits eine Kooperation mit internationalen Uber-Konkurrenten wie Didi Kuaidi in China, Ola in India and Grab Taxi in Südostasien bekannt gegeben. In Asien tut sich Uber oft noch schwer. International ist Lyft bisher in mehr als 190 Städten vertreten und fuhr im ersten Halbjahr 2015 einen Verlust von 127 Millionen Dollar ein.

Im Zweikampf der Mobilitätsplattformen hat Uber finanziell ohnehin noch die Nase vorn. Immerhin ist Uber seit der jüngsten Finanzierungsrunde zehn Mal höher bewertet als Lyft. Hinter Uber stehen Investoren wie Microsoft, Google oder Goldman Sachs.

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