GM-Tochter
Opel will Werk Kaiserslautern ausbauen

Immer wieder wurde um das Opel-Werk in Kaiserslautern gezittert. Jetzt scheint es endgültig gesichert zu sein: Die Europa-Tochter von General Motors erweitert ihre Motorenproduktion an dem Standort. Der Autobauer sieht sich insgesamt im Aufwind.
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HB RÜSSELSHEIM/BOCHUM. Ungeachtet der Absatzprobleme im Inland wird der Hersteller im laufenden Jahr in seinen deutschen Werken mehr Autos produzieren als ursprünglich geplant. Zugleich kündigte Opel am Mittwoch an, seine Motorenproduktion in Kaiserslautern zu erweitern. Der dortige Betriebsratsvorsitzende Alfred Klingel erklärte, die Maßnahmen gäben Opel Kaiserslautern eine Zukunft.

Auch in Bochum ist die Produktion aus Sicht der Arbeitnehmervertreter langfristig gesichert. Damit haben sich die Perspektiven grundlegend verändert: Als Opel und die US-Mutter General Motors (GM) noch vor einigen Monaten ums Überleben kämpften, war die Angst vor Werkschließungen auch in Deutschland groß.

Im Bochumer Werk liege die Produktion deutlich über Plan, sagte Betriebsratschef Rainer Einenkel am Mittwoch: "Die Kurzarbeit ist deutlich zurückgegangen. Statt der erwarteten rund 100 000 Autos werden es zum Jahresende voraussichtlich 140 000 Wagen sein." In den Werken Rüsselsheim und Eisenach sollen nach Unternehmensangaben nach aktuellem Plan 176 000 beziehungsweise 139 000 Einheiten vom Band rollen - das sind jeweils rund zehn Prozent mehr als ursprünglich geplant. In Bochum seien zudem dank der großen Nachfrage beim Kompaktvan Zafira die für September angesetzten drei Wochen Kurzarbeit auf drei Tage gekürzt worden, betonte Einenkel.

In Kaiserslautern werden nach Unternehmensangaben vom Mittwoch von 2014 an jährlich 230 000 Einheiten einer Weiterentwicklung des 2,0- Liter-Dieselmotors gebaut. Dazu werde das Werk in der Motorenproduktion den Dreischichtbetrieb einführen. Zur Produktion von Karosserieteilen soll der Standort zudem neue Großpressen und Schweißanlagen erhalten. Das pfälzische Werk könne künftig alle Opel - Standorte mit Fahrzeugteilen wie Motoren, Aluminiummotorhauben und Fahrwerkskomponenten beliefern.

Nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes hatte Opel von Januar bis August in Deutschland 147 024 Neuwagen verkauft und damit 39,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Nach früheren Angaben verkauften Opel und die Schwester Vauxhall insgesamt 608 000 Fahrzeuge nach 645 000 im Vorjahreszeitraum.

Aktuell wird der Hersteller saniert. Die Kapazitäten sollen nach früheren Angaben um 20 Prozent gesenkt werden, europaweit sollen demnach rund 8000 der 48 000 Jobs wegfallen, davon weniger als die Hälfte in Deutschland. Der Betriebsrat will versuchen, den geplanten Stellenabbau zu senken. Einenkel versprach: "Das werden wir auch schaffen."

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