GM und Ford nutzen verstärkt den Markt für besicherte Anleihen – Liquidität ist noch gesichert
Autokonzerne stellen Finanzierung um

Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der beiden führenden US-Autokonzerne General Motors (GM) und Ford zwingt die beiden hochverschuldeten Unternehmen, ihre Refinanzierung neu auszurichten.

cü/hz FRANKFURT/M. „Finanzierungen über herkömmliche Anleihen wären für Ford und GM derzeit viel zu teuer“, sagt Daniel Holtz, Fondsmanager bei der DWS. Außerdem sei fraglich, ob beide Konzerne überhaupt genügend Käufer für ihre Bonds finden würden. Denn GM und Ford haben zusammen bereits unbesicherte Anleihen über rund 210 Mrd. Dollar ausstehen, die nach der Herabstufung den Markt für Junk-Bonds (Schrottanleihen) überfluten werden.

Sowohl Ford als auch GM haben sich jedoch bereits auf einen solchen Schritt vorbereitet und begonnen, ihre Finanzierung mehr von Verbriefungen abhängig zu machen. GM hat so genannte Asset Backed Securities (ABS) über 23,4 Mrd. Dollar und Ford über 29,7 Mrd. Dollar ausstehen. Dabei haben die Konzerne vor allem Forderungen auf Autokredite aus ihrer Bilanz ausgegliedert und besichern damit Anleihen. Wegen der größeren Sicherheit ist die Finanzierung über ABS wesentlich günstiger als über herkömmliche Bonds.

Eric Feldstein, Chef der GM-Finanzierungstochter GMAC hatte schon vor einigen Wochen betont, dass der Konzern bei einer Herabstufung den ABS-Markt verstärkt in Anspruch nehmen wolle. Aus Sicht von S&P können sich die Finanztöchter beider Unternehmen fast vollständig über die besicherten Anleihen refinanzieren. Das könnte zumindest bei GM aber wiederum Probleme für die unbesicherten Anleihen bedeuten, deren Wert bei zunehmenden Verbriefungen ausgehöhlt würde. S&P warnte bereits, dass dies zu einer noch weiteren Herabstufung von GM-Bonds führen könnte. Deshalb erwägt GMAC jetzt auch, das Hypothekengeschäft auszugliedern. Das würde dem Konzern zusätzlich Luft verschaffen.

Dazu kommt, dass beide Konzerne noch hohe Kreditlinien bei Banken haben. Die werden die Unternehmen nach Einschätzung von S&P aber nur im Notfall ausreizen. Trotz der nunmehr erschwerten Situation der beiden Konzerne am Anleihenmarkt seien Liquiditätsprobleme bei beiden Unternehmen auf kurze Sicht unwahrscheinlich, betonte S&P. Es dürfte damit zumindest noch mehrere Jahre dauern, bis die Unternehmen gezwungen sein könnten, Konkurs anzumelden. Beide Konzerne haben mehr als 30 Mrd. Dollar an liquiden Mitteln. Denen stehen bei GM insgesamt Finanzverbindlichkeiten von 291 Mrd. Dollar und bei Ford von 161 Mrd. Dollar gegenüber.

Bei GM könnte sich der Cash-Verschleiß in diesem Jahr aber beschleunigen, wenn GM-Chef Rick Wagoner nicht gegensteuert. Der Konzern erwartet, dass er in diesem Jahr zwei Mrd. Dollar verlieren wird. Noch nicht mitgerechnet sind dabei Restzahlungen in Höhe von rund 500 Mill. Dollar an Fiat für die Trennung von dem Joint-Venture. Angesichts eines Quartalsverlusts von 1,1 Mrd. Dollar sei es für GM jedoch schwer, sich einer anhaltend schlechten Ergebnisentwicklung zu widersetzen, warnte S&P.

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