GM will Gürtel enger schnallen
Bank of America steigt bei GM ein

General Motors will den Gürtel nach dem harten Sanierungskurs dieses Jahres noch enger schnallen: Der angeschlagene Autobauer will in den kommenden Jahren erneut etwa neun Mrd. Dollar einsparen.

HB LOS ANGELES/DETROIT. Der Milliardär und GM-Großaktionär Kirk Kerkorian hat jedoch offenbar die Hoffnung auf eine schnelle Sanierung des Opel-Mutterkonzerns aufgegeben. Einem Zeitungsbericht zufolge hat er bereits sein gesamtes Aktienpaket abgestoßen.

Die Bank of America stieg unterdessen bei dem Autokonzern ein. Die Bank habe am Donnerstag 28 Mill. Aktien erworben, sagte eine Sprecherin. Den Namen des Verkäufers nannte sie jedoch nicht. Der Aktienanteil entspricht allerdings dem Anteil, den Kerkorian in der jüngsten Börsenmitteilung vom Donnerstag ausgewiesen hatte. Das „Wall Street Journal“ berichtete zuvor, der Milliardär habe seinen gesamten Anteil verkauft. Im Falle seines kompletten Rückzugs wäre GM einen sehr unbequemen Aktionär los, den viele Experten als treibende Kraft hinter der Sanierung sahen. GM-Aktien legten am Freitag 0,4 Prozent zu auf 29,34 Dollar.

„Es gibt noch ein ganzes Stück Arbeit zu tun“, sagte Konzern-Chef Rick Wagoner in einem am Donnerstag im Internet veröffentlichten Interview der US-Zeitschrift „Business Week“. „Man kann nicht davon reden, dass das Geschäft jetzt wieder in Ordnung ist, vor allem nicht in Nordamerika.“ Er räumte dem Magazin zufolge ein, dass die nächste Sparrunde deutlich schwieriger sein werde als die vergangene Runde, die die Schließung von zwölf Fabriken und den Abbau von mehr als 30 000 Stellen vorsieht.

Einsparungen peile Wagoner in Zukunft vor allem in zwei Feldern an: den anstehenden Tarifgesprächen und einer Neuorganisation der Autoentwicklung. Dem Magazin zufolge sollen in Zukunft verschiedene Weltregionen für die Entwicklung verschiedener Autotypen verantwortlich sein. „Unsere besten Fähigkeiten zum Bau kleinerer und mittlerer Fahrzeuge liegen in Europa und Asien“, sagte Wagoner. Finanzchef Fritz Henderson sagte dem Magazin, GM befinde sich bei seinem Sparkurs in etwa auf halben Weg zu dem Ziel Wagoners, die Kosten von 34 Prozent des Umsatzes auf 25 Prozent zu senken.

Mit seinen Sanierungsplänen konnte Wagoner aber offenbar den US-Milliardär Kerkorian nicht überzeugen, der sich auf jeden Fall weiter aus GM zurückzog. Laut einer Börsenmitteilung vom Donnerstag reduzierte sein Unternehmen Tracinda seinen Anteil auf 4,95 Prozent und damit die Hälfte seiner ursprünglichen Beteiligung von knapp zehn Prozent. Vor den Verkäufen war Kerkorian der zweitgrößte GM-Investor.

Kerkorian hatte zuletzt frühere Pläne für ein stärkeres Engagement bei GM aufgegeben, da die Sanierung nicht nach seinen Vorstellungen vorankam. So hatte Kerkorian für eine Allianz zwischen GM und Nissan-Renault geworben, die Gespräche darüber waren jedoch gescheitert. Erst in der vergangenen Woche hatte Kerkorian seine Beteiligung auf 7,4 Prozent reduziert und damit die Aktien des Konzerns auf Talfahrt geschickt.

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