GM will Milliarden für Opel geben: „Wir sind jetzt wieder die Angreifer“

GM will Milliarden für Opel geben
„Wir sind jetzt wieder die Angreifer“

Die Spitze von General Motors besucht die deutsche Tochter Opel. Der US-Autobauer verspricht die Milliardeninvestitionen. Damit bläst der neu Chef Neumann zur Attacke, doch die Politik ist bei GM skeptisch.
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RüsselsheimMit Milliardeninvestitionen will GM-Chef Dan Akerson die angeschlagene Tochter Opel wieder auf die Erfolgsspur führen. Der US-Konzern werde bis 2016 vier Milliarden Euro in Deutschland und Europa investieren, sagte Akerson am Mittwoch in Rüsselsheim: „Als weltweit agierendes Automobilunternehmen braucht GM eine starke Präsenz in Europa - sowohl bei Design und Entwicklung als auch bei Fertigung und Verkauf.“ Opel genieße die volle Unterstützung des Mutterkonzerns, sagte Akerson nach einem Treffen der GM-Spitze mit der Opel-Führung.

Am Ende der Autofertigung im Werk Bochum Anfang 2015 hält GM unterdessen fest. Konzern-Vize und Opel-Aufsichtsratschef Steve Girsky sagte, er bedauere das Votum der Mitarbeiter in Bochum gegen den in monatelangen Verhandlungen ausgearbeiteten Sanierungsplan: „Aber wir akzeptieren die Entscheidung.“

Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug begrüßte die Entscheidung GMs zu der Milliardeninvestition in Opel. Vor einigen Jahren wäre es noch kaum denkbar gewesen, eine solch "unmissverständliche Unterstützung des GM-Verwaltungsrates" zu bekommen. GM helfe Opel damit in "schwierigen Zeiten". Opel dürfe "nicht langfristig in dem Gefängnis von sechs Prozent Marktanteil gefangen bleiben".

Den Bundesländern Hessen und Thüringen reicht die bisher zugesagte Unterstützung durch GM für Opel nicht aus. „Was weiterhin fehlt, ist, dass General Motors endlich Opel von seinen ,Fesseln' befreit und es ermöglicht wird, Opel-Fahrzeuge weltweit, ohne Restriktionen zu verkaufen“, sagte Hessens Wirtschaftsminister Florian Rentsch (FDP) dem Handelsblatt. Nur wenn Opel diese Restriktionen los sei, sei es auch möglich, Marktchancen weltweit wahrzunehmen, sagte Rentsch.

Ähnlich äußerte sich auch Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD). „Opel muss endlich die Möglichkeit bekommen, auf den internationalen Wachstumsmärkten in Asien und Südamerika präsent zu sein. Diesen Weg muss General Motors aktiv unterstützten“, sagte Machnig. Gerade moderne Kleinwagen wie der Adam, der in Eisenach produziert werde, hätten eine gute Chance auf den neuen Wachstumsmärkten. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sagte, es gebe begründete Hoffnung für Opel, wieder zu wachsen. Angesichts der Zusagen von GM sei das Land Hessen zwar „nicht euphorisch, aber sehr dankbar“.

GM setzt in Europa seit Jahren Geld in den Sand, alleine 2012 stand ein operativer Verlust von 1,8 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) in den Büchern. Die angekündigten Investitionen sollen als Teil des Wachstums- und Sparprogramms „Drive 2022“ vor allem in neue Modelle und Motoren fließen. Damit will das Unternehmen auf dem schrumpfenden europäischen Markt Anteile zurückgewinnen.

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  • Dieser Kommentar ist nicht wirklich ernst gemeint, oder?
    Niedersachsen soll GM kaufen?????
    Desweiteren hätte Opel nicht das Geld, um sich alleine global aufzustellen...dafür wären hohe zweistellige Milliardenbeträge nötig. Wo sollen diese bitte herkommen?
    Der Weg, den Opel momentan einschlägt ist der richtige. Dorthin exportiere, wo es Sinn macht, wie z.B. Australien, Chile, Südafrika, den arabischen Raum usw, gleichzeitig hier dei Partnerschaft mit PSA forcieren, um Kosten zu sparen.

  • das problem ist doch einfach, dass in dem moment, wo gm opel international agieren kann, sofort offensichtlich wird, dass nicht gm opel durchfüttert, sondern andersrum opel gm. könnte opel wie es wollte, wäre es in kürzester zeit neben vw und toyota der größte volumenhersteller der welt. einfach weil sie vernünftige autos bauen und zwar für eine klientel, die nicht unbedingtmit der von vw überlappt und die autos im zweifel mehr taugen als die von vw. niedersachsen sollte seinen vw-anteil verkaufen und dafür gm übernehmen, die marke gm einstellen. dann könnte opel loslegen und niedersachsen hätte vw als steuerzahler am standort und opel als zusätzlixhen cash-bringer bzw. stabiles investment.

  • Um das mal hier klar zu stellen: GM hat in der Vergangenheit sehr viele Fehler gemacht. Der größte Fehler war die strategische Entscheidung Anfang des letzten Jahrzehnts Opel als regionale europäische Marke aufzustellen und von den großen Wachstumsmärkten auszuschließen, um Chevrolet und damals noch Saab den Vorzug zu geben. Das rächt sich heute leider massiv. Daneben taten das arrogante Auftreten einiger GM-Manager hier in Europa und schlechte Kommunikationspolitik ihr Übriges, von dem Image-Desaster resultierend aus dem möglichen (Teil-)Verkauf an Magna 2009 ganz zu schweigen.

    Man muss aber realistisch bleiben. Opel hätte ohne GM als Einzelmarke überhaupt keine Chance, da viel zu klein um als Volumenhersteller bestehen zu können. Das gilt für sämtliche andere europäischen Volumenhersteller ebenso. Alle sind in eine Konzernstruktur integriert und haben abgesehen von VW finazielle Schwierigkeiten, PSA, Fiat und Ford sogar noch mehr als Opel.
    Zu behaupten GM könne keine Autos bauen zeugt auch von großer Unwissenheit. Man schaue sich bitte die neuen Cadillac- und Buick-Modelle an. Opel wird in Zukunft auch davon profitieren so wie GM von Opel profitiert.

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