Gold-Investments
Schmuckbranche glänzt auch in der Krise

Finanzkrise, fallende Aktienkurse, Rezession – die Unsicherheit der Investoren ist groß. Daher ist Gold trotz hoher Preise gefragt. Die Deutschen kaufen vor allem hochwertige Stücke aus Gold. Das Edelmetall profitiert auch von der starken Nachfrage der Anleger.

DÜSSELDORF. Gekauft werden Münzen, Barren und vor allem Gold-ETFs, börsennotierte Fonds, die mit Gold hinterlegt sind. Auch die Schmuckkäufer lassen sich durch die hohen Goldpreise nicht abschrecken, ganz im Gegenteil.

„Die Krise ist bisher noch nicht in den Geschäften angekommen“, sagt Joachim Dünkelmann, Geschäftsführer des Bundesverbands der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte (BJV). Bereits im vergangenen Jahr habe die Branche steigende Umsätze verzeichnet. Auch die Entwicklung im Januar und Februar sei im Vergleich zum Vorjahr stabil gewesen. „Die Verbraucher lassen sich in ihrem Verhalten noch nicht stark von der Krise beeinflussen, ganz im Gegenteil: Sie kaufen sehr hochwertig, sehr zielgerichtet und luxusorientiert“, sagt Dünkelmann.

„Wenn dann richtig“, laute die Devise. „Wir haben einen deutlichen Rückgang bei den Kaufvorgängen“, sagt der BJV-Geschäftsführer. Es werden also weniger Stücke verkauft, dafür würden aber deutlich höherpreisige Produkte gekauft, entsprechend sind die Umsätze in der Branche gestiegen. Der hohe Goldpreis ist dabei kein Hindernis. Mitte Februar hatte das Edelmetall erstmals seit März 2008 kurz die Marke von 1 000 Dollar je Feinunze (rund 31,1 Gramm) überschritten. Für Investoren im Euro-Raum war Gold mit fast 784 Euro sogar so teuer wie nie zuvor. Inzwischen hat der Preis zwar leicht nachgegeben; gestern kostete die Feinunze in London rund 927 Dollar. Im November notierte sie mit rund 700 Dollar noch deutlich niedriger.

Die „sehr ungesund aussehende Überhitzung des Goldmarktes“ scheint erst einmal gestoppt zu sein, meint Wolfgang Wrzesniok-Rossbach von der Heraeus Metallhandelsgesellschaft. Er erwartet, dass sich der Preis zwischen 925 und 970 Dollar einpendeln wird, „bevor dann ein Ausbruch aus dieser Spanne einen Hinweis auf die weitere mittelfristige Entwicklung geben wird“.

Laut Gerry Schubert von Fortis wird die Entwicklung des Goldpreises zurzeit maßgeblich von den Aktienmärkten bestimmt. „Die fallenden Aktienkurse sollten sich eigentlich positiv für die Edelmetalle auswirken“, sagte Schubert der Nachrichtenagentur Bloomberg. Gold gilt in unsicheren Zeiten unverändert als „sicherer Hafen“. Doch hätten die Investoren Goldanlagen auflösen müssen, um finanzielle Löcher in anderen Märkten zu stopfen. „Wenn die Aktien weiter fallen, wird dies Gold beeinflussen“, sagte daher Schubert.

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