Goldcorp kauft Glamis
Milliarden-Fusion der Goldschürfer

In der Metall- und Bergbau-Industrie steht erneut eine Multi-Milliarden-Fusion bevor. Der kanadische Konzern Goldcorp übernimmt seinen einheimischen Rivalen Glamis Gold. Beide Unternehmen gehörden zu den Großen unter den Goldschürfern. Es gibt allredings Unklarheiten über den Wert des Geschäfts.

HB NEW YORK. Beide Firmen erklärten am Donnerstag, das Geschäft habe ein Volumen von 21,3 Mrd. Dollar. „Durch die Kombination von Goldcorp und Glamis entsteht ein international erstklassiger Gold-Produzent in Amerika mit niedrigen Kostenstrukturen und dem branchenweit größten Wachstum durch einen ausgezeichneten Bestand an noch zu entwickelnden Projekten“, sagte Goldcorp-Chef Ian Telfer. Zusammen verfügen beide über Gold-Reserven von 41,1 Mill. Unzen (rund 1 300 Tonnen) und 11 000 Mitarbeiter in Amerika.

Umgesetzt werden soll die Fusion per Aktientausch. Dabei erhalten die Aktionäre von Glamis 1,69 Goldcorp-Papiere. Damit zahlt Goldcorp auf den letzten Schlusskurs einen Aufschlag von einem Drittel. Unklar ist, wie die Unternehmen auf ihre Bewertung der Fusion von 21,3 Mrd. Dollar kommen. Reuters-Daten zufolge sind 166,6 Mill. Glamis-Aktien im Umlauf, womit das Übernahme-Volumen bei 8,6 Mrd. Dollar läge. Goldcorp war auf Nachfrage zunächst nicht in der Lage, das genannte Volumen zu erklären.

Das fusionierte Unternehmen soll am Ende zu 60 Prozent im Besitz der derzeitigen Goldcorp-Anteilseigner sei, 40 Prozent soll den Glamis-Aktionären gehören. Ein Abschluss der Fusion ist für November geplant.

Schon zuvor hatte sich von den Rekordpreisen angetriebene Fusionskarussell in der Rohstoffbranche weiter gedreht. Erst am Mittwoch war bekannt geworden, dass in Russland durch eine Milliarden-Fusion der Firmen Rusal und Sual der größte Aluminium-Hersteller der Welt entstehen soll. Der neue Konzern wird etwa 25 Mrd. Euro wert sein. In der Stahlbranche entsteht durch den 26-Milliarden-Euro-Kauf der luxemburgischen Arcelor durch den Rivalen Mittal ebenfalls ein globaler Marktführer. Die in der Schweiz ansässige Xstrata kauft derzeit die kanadische Falconbridge für 16 Mrd. Dollar. Um den kanadischen Nickelgiganten Inco ringen mehrere Konkurrenten. Zudem kursieren Gerüchte über eine 80-Milliarden-Dollar-Übernahme des weltweit drittgrößten Minenbetreibers Anglo American.

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