Goldman Sachs erwartet 45 Prozent Rückgang
Wieder starker Gewinneinbruch bei VW erwartet

Ein VW-Sprecher wollte am Wochenende keine Stellung zu einem Bericht der „Welt am Sonntag“ nehmen, wonach auch im zweiten Quartal die Gewinne drastisch geschrumpft sind.

HB/dpa HAMBUARG/WOLFSBURG. Nach dem Gewinneinbruch im ersten Quartal ist das Geschäft von VW nach allgemeiner Einschätzung in den vergangenen drei Monaten kaum besser verlaufen. Vor der offiziellen Vorlage der Zahlen am kommenden Freitag werde es keine Äußerungen geben. Im ersten Quartal 2003 hatte der Autokonzern mit 202 Millionen Euro gut zwei Drittel weniger verdient als ein Jahr zuvor.

Das zweite Quartal dürfte genauso schlecht ausgefallen sein wie das erste, hieß es in einer Analyse von Goldman Sachs. Die Experten von Helaba Trust rechnen damit, dass sich der Gewinn im Jahresvergleich nahezu halbiert hat. Mit einer Gewinnprognose von 424 Millionen Euro erwarten sie einen Rückgang um 45 Prozent. Dieser Einschätzung zufolge hat auch der rasant steigende Absatz in China nicht ausgereicht, um die Rückschläge in Europa auszugleichen. Für das erste Halbjahr wird mit einem Ergebnisrückgang um 55 Prozent auf 626 Millionen Euro gerechnet. Belastet werde VW unter anderem durch den hohen Euro-Kurs.

Andere Schätzungen gehen sogar nur von 320 Millionen Euro Gewinn im zweiten Quartal und 522 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten aus. Im ersten Quartal hatte VW die bereits niedrigen Analystenerwartungen noch unterboten.

Für VW sind in diesem Jahr gleich mehrere negative Faktoren zusammengekommen. Dabei haben der starke Euro und hohe Kosten für neue Modelle wie den langerwarteten Golf die Folgen der schwachen Autokonjunktur und einer verfehlten Modellpolitik noch drastisch verschärft. Lediglich das gut laufende Geschäft in China hatte in den ersten Monaten des Jahres den Weltmarktanteil stabil bei rund elf Prozent gehalten.

Schmerzhaft bemerkbar macht sich auch das Alter des wichtigen VW Golf, der immer weniger Käufer findet. VW rechnet in diesem Jahr nur noch mit 700 000 verkauften Golf nach 785 000 vor einem Jahr. Vom neuen Golf-Modell, dass im September bei der IAA vorgestellt werden soll, will der Konzern nach unbestätigten Medienberichten noch in diesem Jahr 130 000 Stück bauen.

Über den hohen Euro-Kurs klagt das Unternehmen bereits seit langem. Medienberichten zufolge soll VW mit jedem Cent, den der Euro gegenüber dem Dollar gewinnt, 38 Millionen Euro beim Vorsteuerergebnis verlieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%