Golfregion
Die Karawane zieht weiter in Nachbaremirate

Die deutsche Wirtschaft hofft mit dem Ende des Dubai-Booms verstärkt auf öffentliche Investitionen in anderen Ländern der Region. Die Regierungen der Arabischen Halbinsel, die auf 50 Prozent der weltweiten Ölreserven sitzen, haben den Bau von Kraftwerken, Kläranlagen sowie Infrastruktur-Projekte in Höhe von einer Billion Dollar angekündigt.

DUBAI. Die deutsche Wirtschaft hofft mit dem Ende des Dubai-Booms verstärkt auf öffentliche Investitionen in anderen Ländern der Region. Die Regierungen der Arabischen Halbinsel, die auf 50 Prozent der weltweiten Ölreserven sitzen, haben den Bau von Kraftwerken, Kläranlagen sowie Infrastruktur-Projekte in Höhe von einer Billion Dollar angekündigt. Die meisten Staaten betreiben trotz des Ölpreisverfalls eine Verschuldungspolitik. Nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) rutschen die Haushalte, die 2008 im Schnitt noch mit einem Plus von 22,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts abgeschlossen haben, 2009 mit 3,1 Prozent ins Minus.

Allein Saudi-Arabien will in den kommenden Jahren 400 Milliarden Dollar locker machen. Das Königreich hat für 2009 Ausgaben in Höhe von rund 127 Milliarden Dollar reserviert, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "In Dubai wird es zu einem erheblichen Rückgang kommen, aber Saudi-Arabien und Katar werden weiter zulegen", sagt Joachim Kundt, Chef von Siemens in der Unteren Golfregion. Auch der Irak steht zunehmend im Blickpunkt der deutschen Wirtschaft. Nach Schätzungen des DIHK wird sich das Exportvolumen von rund 300 Millionen Euro 2008 in diesem Jahr mehr als verdoppeln.

Katar, der größte Flüssiggas-Exporteur der Welt, will seine Schatullen ebenfalls öffnen. Trotz Finanzkrise könne das Land für 2009 als einziger Golfstaat mit einer zweistelligen Wachstumsrate rechnen, schätzt der IWF. So plant die Regierung in Doha die Anlage eines 45 Kilometer langen Damms, der eine 22 Kilometer lange Brücke zwischen Katar und Bahrain einschließt. Das Projekt besteht aus einer sechsspurigen Schnellstraße sowie einer Eisenbahn für Passagier- und Frachtverkehr. Kostenpunkt: rund sieben Milliarden Dollar. Daran beteiligt ist auch der Essener Baukonzern Hochtief, der Niederlassungen in Katar, Bahrain und Abu Dhabi hat. "Wir müssen nach den rasanten Wachstumsjahren zur Substanz zurückkehren", meint Eimert Los, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Hochtief Construction.

Michael Backfisch
Michael Backfisch
Handelsblatt / Korrespondent
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