Grafitspezialist
SGL erwartet fallende Karbon-Preise

SGL-Entwicklungschef Hubert Jäger rechnet in den kommenden Jahren mit einem Rückgang der Produktionskosten um über 90 Prozent für das Leichtbau-Material Karbon. So könnten auch die Endprodukte wie Autos günstiger werden.
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FrankfurtDer Wiesbadener Spezialgrafit-Hersteller SGL Group erwartet deutlich fallende Fertigungskosten des Leichtbau-Materials Karbon in den nächsten Jahren. SGL-Entwicklungschef Hubert Jäger rechnet mit einem Rückgang der Produktionskosten um über 90 Prozent, wie er in einem Freitag veröffentlichten Interview mit den „VDI nachrichten“ sagte. „Wir sind überzeugt, dass wir mehr als 90Prozent schaffen“, sagte Jäger. „Und das ist realistisch.“ SGL zählt in Europa zu den größten Herstellern von Karbonfaser-verstärkten Verbundwerkstoffen.

Mit sinkenden Fertigungskosten für das Material würden auch Autos mit Karbonkarosserie wie die BMW -Modelle i3 und i8 sowie das Ein-Liter-Auto XL1 von Volkswagen künftig günstiger. Bislang galt Karbon als zu teuer für den Einsatz in der Großserien-Produktion im Automobilbau. Der Autobauer BMW arbeitet mit SGL in der Karbonfaser-Technik bereits seit Jahren eng zusammen. BMW ist zudem laut den Wiesbadenern mit rund 16 Prozent am Unternehmen beteiligt, die Quandt-Erbin und BMW-Großaktionärin Susanne Klatten mit rund 28 Prozent und Volkswagen mit rund zehn Prozent.

„Heute liegen die mittleren Kosten im Karbonleichtbau bei 100 Euro pro Kilogramm. Davon 20 Euro Material und 80Euro Fertigungskosten“, sagte Jäger. Bei 90 Prozent geringeren Fertigungskosten läge man künftig insgesamt bei 30 Euro je Kilo. Damit sei das Material zwar immer noch teurer als Stahl oder Aluminium. Dann zahlten sich aber die anderen Vorteile von Karbon wie etwa die bessere Formbarkeit aus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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