Gremium wird erweitert: Wiedeking erstmals bei VW-Aufsichtsratssitzung dabei

Gremium wird erweitert
Wiedeking erstmals bei VW-Aufsichtsratssitzung dabei

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking erwartet eine lange Tagesordnung, wenn er am Freitag (24.2.) zum ersten Mal als Hauptaktionär an einer VW-Aufsichtsratssitzung teilnimmt.

HB HAMBURG. Im Mittelpunkt wird dabei die Erweiterung des machtvollen Präsidiums des Kontrollgremiums stehen, in das der Porsche-Chef aufgenommen werden soll und das von vier auf sechs Mitglieder erweitert wird. Außerdem befassen sich die VW-Aufseher nach Angaben aus Teilnehmerkreisen mit dem Bau einer Fabrik in Russland, dem geplanten Verkauf der Tochter Europcar und einem weiteren Bericht zum VW-Bestechungsskandal.

Keine Beschlüsse werden zu den Sanierungsplänen des Konzernvorstandes erwartet, von dem nach Angaben von VW-Chef Bernd Pischetsrieder bis zu 20.000 Mitarbeiter betroffen sein können. Hierzu wurde dem Betriebsrat erst vor einer Woche eine Analyse der VW-eigenen Komponentenwerke vorgelegt, die die Arbeitnehmerseite erst einmal durcharbeiten muss. In der übernächsten Woche werden von Pischetsrieder bei der Bilanzvorstellung mehr Informationen zur Sanierung erwartet. Markenchef Wolfgang Bernhard hatte mitgeteilt, dass die Marke Volkswagen in ihren deutschen Werken einen hohen dreistelligen Millionenverlust einfährt und dass die Schließung unrentabler Bereiche denkbar sei.

Bei der Aufsichtsratssitzung wird anders als im vergangenen Jahr kein Streit unter den Teilnehmern erwartet, nachdem Wiedeking, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und Aufsichtsratschef und Porsche-Mitbesitzer Ferdinand Piech sich im Januar über die neue Machtbalance in dem Gremium geeinigt hatten.

Porsche hatte sich vergangenes Jahr für drei Milliarden Euro als Hauptaktionär bei Volkswagen eingekauft, als der Aktienkurs der Wolfsburger am Boden lag. Zweiter Großaktionär ist das Land Niedersachsen, das jahrzehntelang den größten Anteil hielt und auf den Hauptversammlungen bisher stets seine Interessen durchsetzen konnte. Nach dem Porsche-Einstieg war es zu einem Konflikt zwischen Wulff auf der einen Seite und Piech und Wiedeking auf der anderen Seite gekommen, weil Wulff um den Einfluss des Landes fürchtet.

Mittelpunkt der Sitzung am Freitag soll die Vorbereitung der Hauptversammlung am 3. Mai in Hamburg sein, wie es hieß. Dort soll Porsche-Finanzchef Holger Härter in den Aufsichtsrat gewählt werden. Nach unbestätigten Presseberichten will Wulff durchsetzen, dass der Stahlunternehmer Jürgen Großmann auch in den Aufsichtsrat einzieht.

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