Griechenland
Thyssen-Krupp will angeblich Werft verkaufen

Der Industriekonzern Thyssen-Krupp will laut Presseberichten seine Werft "Hellenic Shipyards" in Griechenland verkaufen. Kein Kommentar, heißt es dazu aus der Konzernzentrale. Aber griechische Medien wollen schon konkrete Termine kennen, und sie greifen einen Streit mit der Regierung über U-Boote auf.

HB ATHEN/ESSEN. Die langwierige Auseinandersetzung mit dem griechischen Staat um die Bezahlung von U-Booten sei ein Grund für die Verkaufsabsicht, berichteten die Athener Zeitungen "To Vima" und "Kathimerini" am Samstag übereinstimmend. Das Verfahren zum Verkauf der Tochterfirma in der Nähe von Athen soll demnach bereits am 1. April beginnen. Eine Sprecherin der Konzernsparte Thyssen-Krupp Technologies (Essen) sagte dazu nur: "Wir nehmen zu Verkäufen grundsätzlich nicht Stellung."

Hintergrund sind laut den Zeitungen Sparmaßnahmen des Konzerns, aber auch ein seit Jahren andauernder Streit um den Bau von vier U- Booten im Wert von 1,9 Milliarden Euro. Die Griechen hatten im Jahr 2000 im Voraus 80 Prozent des Betrages für den Bau der vier U-Boote vom Typ 214 gezahlt. Später jedoch habe sich herausgestellt, dass die Qualität des Prototyp-U-Bootes angeblich nicht den Erwartungen entspreche. Die deutsche Seite hat dies vehement zurückgewiesen.

Auch nach Reparaturen und Ausbesserungen des Prototyp-U-Bootes seien die Griechen nicht zufrieden, berichteten die Zeitungen weiter. Das U- Boot lasse sich aus großer Entfernung sehr leicht lokalisieren. Thyssen-Krupp habe zudem nicht, wie gehofft, einen Auftrag für den Bau von sechs Fregatten für die griechische Marine erhalten. Der Auftrag ging nach Frankreich. Wie die Zeitung "To Vima" berichtete, hätten bereits drei Käufer Interesse für die Werft nahe Athen gezeigt. Dort sind knapp 16 000 Arbeiter und Angestellte beschäftigt.

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