Größere Arbeitsplatzsicherheit als Ziel
Fusion könnte für Aventis attraktiver sein als Eigenständigkeit

Neben seinen Fusionsüberlegungen hat der französisch-deutsche Pharmakonzern Aventis die Möglichkeit nicht aufgegeben, als unabhängiges Unternehmen weiterzuarbeiten.

HB STRASBURG. Eine Fusion mit dem Schweizer Konkurrenten Novartis könnte für die Aktionäre und Mitarbeiter des deutsch- französischen Pharmakonzerns Aventis möglicherweise attraktiver sein als die Unabhängigkeit des Unternehmens. Das sagte der Aventis- Vorstandsvorsitzende Igor Landau bei einer Analysten-Konferenz am Montag. Ein endgültiges Urteil könne jedoch erst gefällt werden, wenn mehr Details über den möglichen Zusammenschluss bekannt seien.

Gemeinsam würden Novartis und Aventis zum größten Pharmaunternehmen Europas und zum zweitgrößten weltweit aufsteigen. Landau sagte, die Produkte der beiden Unternehmen würden sich sehr gut ergänzen. Es gebe nur wenig Überlappungen. Zudem hätten beide für die kommenden Jahre eine Reihe von potenziellen Blockbustern mit Jahresumsätzen von mehr als einer Milliarden Euro in der Pipeline.

Am Freitag hatte der Aventis-Aufsichtsrat Novartis zur Hilfe gegen die Übernahmeattacke des französischen Konkurrenten Sanofi-Synthélabo aufgerufen. Damit erteilte der Aufsichtsrat dem Konzern grünes Licht für die Fusionsverhandlungen mit den Schweizern und für Gespräche mit den Regierungen Deutschlands und Frankreichs.

Vor allem die französische Regierung hatte sich wiederholt gegen den Zusammenschluss ausgesprochen. Paris bevorzugt den Zusammenschluss mit Sanofi, um Arbeitsplätze und Forschung im Land zu halten. Es geht aber auch um die Furcht, mit dem Ende der Impfstoffforschung in Frankreich bei Terror-Attacken in die Abhängigkeit des Auslandes zu kommen.

Eine Verbindung mit Novartis bringe eine größere Arbeitsplatzsicherheit als eine Übernahme durch Sanofi, sagte Landau. Sie umfasse in Frankreich 18 000 Arbeitsplätze und nicht 30 000 wie eine Fusion mit Sanofi.

Landau widersprach diesen Sorgen am Montag. Aventis sei schon heute ein deutsch-französisches und europäisches Unternehmen, kein rein französisches. Um Jobs, Wachstum und Forschung zu erhalten, müsse eine möglichst große globale Wettbewerbsfähigkeit erreicht werden. Dieses Ziel könne mit Novartis erreicht werden. Aventis werde diesen Standpunkt auch in Gesprächen mit den Regierungen darlegen.

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