Größter Autobauer der Welt VW hat 2016 Toyota wohl überholt

Der Volkswagen-Konzern dürfte im vorigen Jahr trotz Diesel-Krise als größter Autobauer der Welt an Toyota vorbeigezogen sein. Insgesamt wurden 10,3 Millionen Fahrzeuge verkauft und damit 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr.
Kommentieren
Der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen (VW) kann trotz Diesel-Krise auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Quelle: dpa
Matthias Müller

Der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen (VW) kann trotz Diesel-Krise auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken.

(Foto: dpa)

Wolfsburg/DetroitDer Volkswagen-Konzern dürfte im vorigen Jahr als größter Autobauer der Welt an Toyota vorbeigezogen sein – er konnte seine Verkäufe ungeachtet der Diesel-Krise steigern. Insgesamt setzten die einzelnen Marken 2016 insgesamt etwas mehr als 10,3 Millionen Fahrzeuge ab – ein Plus von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in Wolfsburg mit. Bei der Kernmarke VW-Pkw nahmen die Auslieferungen um 2,8 Prozent auf knapp 6 Millionen Wagen zu, wie Volkswagen bereits am Sonntag auf der Automesse in Detroit bekanntgegeben hatte.

Volkswagen hat damit wohl den Erzrivalen Toyota als absatzstärksten Autobauer der Welt abgelöst. Die Japaner hatten Mitte Dezember die Erwartung geäußert, erst 2017 auf weltweit 10,2 Millionen verkaufte Fahrzeuge zu kommen – dies wäre nach bisheriger Schätzung noch einmal ein Plus um 1 Prozent gegenüber 2016.

So wird der Bus zum Buzz
Der Kleinbus ist das zweite Mitglied der Familie, mit der VW ab 2020 im Elektro-Zeitalter ankommen will
1 von 13

Die Detroit Motor Show, wird von einem Überangebot an dicken SUV, Pickups und kraftstrotzenden Sportwagen dominiert. Doch ein futuristisches Unikum für acht Insassen, mit reinem Elektroantrieb, ohne richtiges Armaturenbrett und mit einem Spitzentempo von gerademal 160 km/h hat das Zeug zum Messehit.

Der VW I.D. Buzz soll die nostalgischen Gefühle der inzwischen ergrauten Vertreter der Flower-Power-Generation erwärmen und gleichzeitig die Trendsetter unter den heutigen Autokäufern überzeugen...

Zurück in die Zukunft
2 von 13

Der immerhin 4,92 Meter lange Kleinbus mit dem üppigen Radstand von 3,30 Metern ist das zweite Mitglied der Familie, mit der VW ab 2020 im Elektro-Zeitalter ankommen will. Zuerst wird die Steilheck-Limousine an den Start gehen, danach folgt ein noch unbekannter SUV.

Dann aber schon könnte sich der jetzt enthüllte Bus einreihen. „Wir machen die Elektromobilität zum neuen Markenzeichen von VW“, kündigt VW-Chef Herbert Diess an.

Vieles am I.D. Buzz erinnert an die Ikone der 60er-Jahre
3 von 13

Die technisch jetzt unnötigen Luftschlitze an der letzten Dachsäule, die leicht gewölbte Front ohne Motorhaube oder auch die umlaufende Linie, die am Bug ein übergroßes VW-Logo in die Mitte nimmt. In Summe kommt der Neue trotz der deutlichen Anleihen beim Urgroßvater betont futuristisch daher.

Das Zusammenspiel zwischen Morgen und Vorgestern ist den Designern um Klaus Bischoff gelungen. „Dabei haben wir kein Retro-Design auf 22-Zoll-Räder gestellt, sondern das erfolgreichste Van-Design der Welt logisch weiterentwickelt“, heißt es.

Motto „Lebensfreude durch Vielseitigkeit“
4 von 13

Die je nach Version dreireihig angeordneten Sitze lassen sich drehen oder auf Gleitschienen verschieben, in der Mitte findet sich auf Wunsch ein ausklappbarer Tisch.

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, den I.D. Buzz in ein rollendes Schlafzimmer mit einer Liegewiese zu verwandeln. Diese Möglichkeit liebten schon die Fans des Veteranen auf den Open-Air-Festivals von Woodstock und anderswo.

Der Innenraum bietet Lounge-Atmosphäre, die durch verschiedene Lichtinstallationen der Stimmung angepasst wird
5 von 13

Tagsüber passt dank eines Panoramadachs und großer seitlicher Fensterflächen der Lieblingsbegriff aus vielen Immobilienanzeigen - lichtdurchflutet. Der flache Boden besteht wie bei einer Yacht aus edlem Birkenholz.

Die seitlichen verschiebbaren Sonnenblenden sind so weich gepolstert, dass Fondpassagiere sich auf langen Fahrten kuschelig an die Fenster lehnen können. Natürlich ist der VW der nahen Zukunft immer online und stets mit der Außenwelt vernetzt.

Da der I.D. Buzz ein sogenanntes Konzeptfahrzeug ist, bleibt die Frage, was von alledem mal in der Serie landen wird
6 von 13

Weil bei einem Elektroauto nun mal viele Komponenten eines klassischen Fahrzeugs wegfallen, ist im Neuling noch mehr Platz als es die Außenmaße vermuten lassen.

Bischoff rechnet vor: „Der I.D. Buzz steht auf der Grundfläche eines T 6, bietet innen aber die Dimensionen des gleichen Modells mit langem Radstand“. Alles kommt dabei den Insassen zu Gute. Oder auch einem künftigen Transporter für den Einsatz als Nutzfahrzeug.

Nutzer des künftigen Kult-Mobils müssen aber auch Verzicht üben. Das vertraute Cockpit ist Vergangenheit.
7 von 13

Der I.D. Buzz kommt mit einem rechteckigen Touchscreen-Monitor im Zentrum vor den Frontsitzen aus, über den fast alles gesteuert werden kann. Er kann abgenommen werden, und wird so zum Tablet, um zum Beispiel schon zu Hause die geplante Route zu programmieren oder sich die Lieblingsmusik aufzuspielen.

Auch die gewohnten Instrumente fallen weg. Alle Informationen werden in die Windschutzscheibe projiziert. Für den Fahrer erscheinen die Zahlen von Tacho oder die Anweisungen des Navigationssystems aber so, als wären sie weit vor dem Auto auf die Straße gemalt.

„2016 war ein sehr anspruchsvolles Jahr für uns. (...) Dennoch ist es uns gelungen, unter schwierigen Bedingungen das operative Geschäft zu stabilisieren“, sagte VW-Konzernchef Matthias Müller laut Mitteilung. Im Gesamtjahr führte der Abgas-Skandal nicht zu einem Absatzrückgang.

Ähnlich wie bei der Hauptmarke mit dem VW-Emblem trieb vor allem der wichtigste Markt China die Auslieferungen an. In der Volksrepublik brachte der Konzern von Januar bis Dezember knapp 4 Millionen Autos an die Kunden (+12,2 Prozent). In Europa waren es mehr als 4,2 Millionen (+4,0 Prozent). Jedoch fiel der Zuwachs auf dem deutschen Heimatmarkt mit 0,2 Prozent mager aus. Und in den USA – dort war die Abgas-Affäre im September 2015 bekanntgeworden – betrug das Minus 2,6 Prozent. Am größten waren die Verluste in Brasilien mit 33,9 Prozent.

Zum Jahresende hin verbesserten sich die Zahlen in vielen Regionen – so auch in den USA – aber wieder. Im Dezember verbuchte der Konzern so ein weltweites Plus von 11,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, in den Vereinigten Staaten gelang eine Steigerung um 16,1 Prozent.

Besser als im Vorjahr schnitten auch die VW-Töchter Skoda (+6,8 Prozent), Porsche (+5,6 Prozent) und Audi (+3,8 Prozent) ab – ebenso wie die leichten Nutzfahrzeuge (+11,4 Prozent). Einzig beim Lkw-Bauer MAN gab es 2016 einen geringfügigen Rückgang um 0,2 Prozent.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Größter Autobauer der Welt - VW hat 2016 Toyota wohl überholt

0 Kommentare zu "Größter Autobauer der Welt: VW hat 2016 Toyota wohl überholt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%