Größter deutscher Modekonzern
Esprit will in neue Modemarken investieren

Der größte deutsche Modekonzern will sein junges Label EDC verselbstständigen und eine Luxusmarke kaufen. Dies sagte der Vorstandsvorsitzende Heinz Krogner im Gespräch mit dem Handelsblatt.

RATINGEN. Esprit will sich zum Mehrmarkenkonzern wandeln. Zum einen soll die junge Submarke EDC mit eigenem Managementteam, Geschäftssitz und Filialnetz zur zweiten starken Marke des Konzerns ausgebaut werden. Zum anderen soll bis Ende dieses Jahres die Entscheidung über den Kauf einer Luxusmarke getroffen werden. "Für uns ist es kein Problem, eine Milliarde Dollar in eine Luxusmarke zu investieren, da wir die Summe aus Kasse und Cash Flow bestreiten könnten", sagte Heinz Krogner, Vorstandschef der Esprit Holding dem Handelsblatt.

Nach Informationen des Handelsblatts war Krogner sowohl am Kauf von Jil Sander als auch Escada interessiert und stand auch mit Puma-Vorstandschef Jochen Zeitz in Kontakt. Die Verhandlungen scheiterten jedoch. Jil Sander ging an den Finanzinvestor Change Capital, Puma an die Luxusgütergruppe PPR und bei Escada setzte sich ein russischer Investor durch. Der Esprit-Chef wollte weder Namen noch Verhandlungsinhalte kommentieren, noch bestätigen, dass ihm ein Angebot des italienischen Luxusschneiders Roberto Cavalli vorliegt, Krogner sagte aber: "Ich führe Gespräche. Das Problem waren und sind aber Finanzinvestoren, die die Preise treiben."

Mit mehreren eigenständigen Marken sowie einer Luxusmarke würde sich der aus Ratingen am Niederrhein geführte Konzern für mittelpreisige Mode neu aufstellen. Zu Esprit gehören neben den Modemarken Esprit und EDC noch die Kosmetikmarke Red Earth. "Zwei oder mehr eigenständige Marken eröffnen uns selbst in gesättigten Märkten wie Deutschland neue Wachstumschancen. Und eine Luxusmarke würde den anderen Marken als Leitlinie dienen und die Holding somit qualitativ absichern", sagte Krogner. Über die Zukunft von Red Earth, die seit 1998 zum Konzern gehört und seitdem rote Zahlen geschrieben hat, will Krogner erst Mitte 2008 entscheiden. "Die Märkte für Mode und Kosmetik sind ähnlich, die Herstellungsprozesse aber sehr verschieden", sagte Krogner.

Vorbilder für den Mehrmarkenkonzern sind auf der einen Seite der spanische Modekonzern Inditex, zu dem neben der Hauptmarke Zara noch weitere Modemarken wie Massimo Dutti, Polar&Bear und Bershka gehören sowie auf der anderen Seite die weltgrößten Luxusgütergruppen LVMH, PPR aus Frankreich sowie Richemont aus der Schweiz. Ihr Markenportfolio erstreckt sich über verschiedene Produktgruppen wie Kosmetik, Uhren und Schmuck sowie Mode. Einen ähnlichen Weg wie Esprit - wenn auch mit der selbstgegründeten Premiummarke Collection of Style, kurz COS - geht seit 2006 auch der schwedische Modekonzern Hennes & Mauritz.

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