Größter Produzent drängt auf den Weltmarkt
Chinas Chemiekonzerne expandieren

Der chinesische Öl- und Chemiekonzern Sinopec Corp. will seine Chemie-Kapazitäten massiv ausbauen und mittelfristig auf dem Weltmarkt als starker Wettbewerber auftreten.

and/shf NANJING. „Es ist nicht nötig, dass China so sehr von Chemie-Importen abhängig ist“, sagte Konzern-Präsident Wang Tianpu bei der Eröffnung des neuen BASF-Verbundstandortes in Nanjing. Sein Konzern werde aber nicht nur neue Mengen für die enorme Nachfrage in China aufbauen, sondern wolle vor allem durch bessere Qualität gegen die weltweite Konkurrenz bestehen.

Mit umgerechnet rund 16 Mrd. Dollar Chemieumsatz ist Sinopec schon heute der mit Abstand größte Chemieproduzent Chinas, gefolgt vom Ölkonzern Petrochina mit etwa sieben Mrd. Dollar Chemiegeschäft. Die beiden staatlich kontrollierten Konzerne verfügen jedoch bei weitem nicht über genügend Kapazitäten um den hohen Bedarf der weiterverarbeitenden Industrien zu decken. Vor allem für die Produktion von Basischemikalien verfolgen die Unternehmen daher ehrgeizige Expansionspläne. Bei Ethylen zum Beispiel, dem wichtigsten Ausgangsprodukt der Chemiebranche, soll die Produktionskapazität in China bis 2010 um die Hälfte auf 11 Mill. Tonnen zulegen.

Gemeinschaftsunternehmen wie die von Sinopec und BASF gestern offiziell eingeweihte Anlage in Nanjing spielen dabei eine zentrale Rolle. Denn sie bringen nicht nur neue Kapazitäten, sondern auch Zugang zu moderner westlicher Technologie sowie Know-how in der Unternehmenssteuerung.

Das 2,9 Mrd. Dollar teure Verbundwerk ist die größte Einzelinvestition in der Geschichte der BASF. Es umfasst neben einem so genannten Cracker zur Aufspaltung von Erdöl in Grundstoffe Ethylen und Propylen neun weitere Anlagen für Folgeprodukte. Da die Gesamtkapazität von 1,7 Mill. Tonnen Chemieprodukte bereits voll ausgelastet ist, kündigten beide Partner gestern einen weiteren Ausbau an. Vorgesehen sind nach Aussage von BASF-Vorstand Andreas Kreimeyer unter anderem eine Erweiterung des Crackers um ein Viertel sowie weitere Kapazitäten für Zwischenprodukte wie Oxoalkohole. Zur Investitionssumme machte er keine Angabe. Unternehmensnahe Kreise sehen sie bei rund 300 Mill. Dollar.

Neben der Partnerschaft mit BASF verfolgt Sinopec eine ganze Reihe weiterer Projekte. Ein 2,7 Mrd. Dollar teure Petrochemieanlage, die man zusammen mit dem britischen Ölkonzern BP in Shanghai errichtete, hat fast zeitgleich mit dem BASF-Werk zur Jahresmitte ihren Betrieb aufgenommen. Zudem wollen neben den beiden großen Staatskonzernen Sinopec und Petrochina weitere Unternehmen in die Produktion von Grundstoffen einsteigen oder diese ausbauen, so zum Beispiel ChemChina und Shide. Ferner errichtet die chinesische Ölfirma CNOOC mit Shell eine große Chemieanlage.

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