Größter Stahlkonzern entsteht
TV: Arcelor und Mittal sind sich einig

In dem seit fünf Monaten andauernden Bieterkampf um den europäischen Stahlkonzern Arcelor hat der Konkurrent Mittal Steel nach Angaben des indischen Fernsehens nun doch noch sein Ziel erreicht. Das Arcelor-Management und Mittal hätten sich grundsätzlich auf eine Fusion geeinigt, berichteten zwei indische Fernsehsender am Sonntag unter Berufung auf nicht näher genannte Kreise.

HB BOMBAY. Der neue Konzern soll den Berichten zufolge den Namen „Arcelor Mittal“ tragen. Mittal zahle 43 Euro pro Arcelor-Aktie - dies wären deutlich mehr als die zuletzt gebotenen 37 Euro, die insgesamt 23 Milliarden Euro entsprechen würden Der Vertrag solle in Kürze unterzeichnet werden. Außerdem werde Arcelor an den russischen Konkurrenten Severstal einen Ausgleich von 130 Millionen Euro zahlen. Sowohl Arcelor als auch Mittal lehnten eine Stellungnahme zu den Fernseh-Berichten ab.

Eine Fusion würde die Branche tief greifend verändern. Auch der deutsche ThyssenKrupp-Konzern könnte profitieren und im bereits verloren geglaubten Rennen um den kanadischen Konkurrenten Dofasco noch zum Zuge kommen.

Das Arcelor-Management hatte sich monatelang gegen eine Übernahme durch Mittal gesträubt und sich an den russischen Stahlkocher Severstal gewandt, um Mittals Offerte abwehren zu können. Presseberichten aus Frankreich zufolge soll Mittal Zugeständnisse bei der Strategie und der Firmen- Organisation gemacht haben, um nun doch noch die Zustimmung von Arcelor zu erhalten.

Der nun genannte Preis von 43 Euro je Aktie läge über dem letzten Angebot von Mittal, allerdings noch leicht unter dem Preis von 44 Euro je Aktie, der im Fusionsabkommen zwischen Arcelor und Severstal für Arcelor genannt wurde.

Der Fernsehsender CNBC berichtete am Sonntag ebenfalls, die veränderte Übernahmeofferte von Mittal Steel sei von Arcelor akzeptiert worden. Nach Angaben des Senders vom Sonntag, der sich auf mit der Situation vertraute Personen beruft, beläuft sich die neuerliche Offerte auf 43 Euro je Anteilsschein. Die Vereinbarung zwischen beiden Seiten sehe vor, dass Arcelor in Arcelor Mittal umbenannt wird. Mittal-Chairman und CEO Lakshmi Mittal sowie Arcelor- Chairman Joseph Kinsch würden als Co-Chairmen des fusionierten Unternehmens fungieren, hieß es weiter.

Profiteur einer Arcelor-Übernahme durch Mittal wäre auch Thyssen-Krupp. Denn Mittal will den kanadischen Konkurrenten Dofasco an den Düsseldorfer Konzern weiterreichen, wenn das Unternehmen bei Arcelor zum Zuge kommt. Thyssen-Krupp prüft indes Alternativen zu Dofasco, falls sich die milliardenschwere Transaktion zerschlagen sollte.

Die Stahlbranche befindet sich seit geraumer Zeit vor allem durch die starke Nachfrage aus China und Indien in einer kräftigen Aufschwungphase. Zugleich ist die Branche von einer Übernahmewelle erfasst, die Mittal mit angestoßen hatte. Der Inder Lakshmi Mittal, Gründer und Vorstandschef des gleichnamigen Konzerns, betonte immer wieder, sowohl sein Unternehmen als auch Arcelor hätten sich an die Spitze dieses Konsolidierungsprozesses gesetzt und hätten die gleiche Vision der Zukunft der Branche. Ein Zusammenschluss biete beiden Unternehmen ungeahnte Chancen.

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