Größter US-Autohersteller steigert Marktanteil im Juni deutlich
Rabattattacke von GM bringt Chrysler gewaltig unter Druck

Der hart umkämpfte US-Automarkt steht vor einem neuen Höhepunkt im seit Jahren tobenden Preiskampf.

hz/je FRANKFURT/PORTLAND. Der deutliche Zugewinn von Marktanteilen von General Motors im Monat Juni nach dessen Rekord-Rabatten erhöht nach Einschätzung von Experten die Wahrscheinlichkeit, dass der Preiskrieg weiter eskalieren wird. Im Juni steigerte GM den Absatz um 41 Prozent, während die amerikanische Daimler Chrysler-Sparte Chrysler Group ihren Absatz nur um fünf Prozent erhöhte.

Der drittgrößte US-Autobauer traf bereits Vorbereitungen, um ebenfalls Kaufanreize wie GM anzubieten, falls dieser die Rabatt-Aktion verlängern sollte. GM gibt allen Kunden bis 5. Juni einen Preisnachlass, wie er sonst nur Mitarbeitern gewährt wird. Der Autobauer will diese Woche entscheiden, ob der Rabatt fortgesetzt wird.

Analysten sind besorgt, dass die von GM angestachelte Rabattschlacht die Renditen weiter ruinieren könnte. Die verschärfte Gangart von GM stellt vor allem für Chrysler ein Risiko dar. Nach Berechnungen von Dresdner Kleinwort müsste die US-Sparte von Daimler-Chrysler weitere 600 bis 800 Dollar pro Fahrzeug für Verkaufsanreize ausgeben. Sollte Chrysler nachlegen, brächte dies die Gewinnprognose für 2005 von operativ 1,46 Mrd. Euro ins Wanken, warnten die Analysten.

Pessimistisch sind die Experten von UBS auch für GM: Sie rechnen für das Gesamtjahr nun mit einem Verlust von 1,25 Dollar je Aktie. Zuvor hatte die Bank noch einen Gewinn von 50 Cents erwartet.

Ein Ultimatum von GM-Boss Rick Wagoner an die Gewerkschaft UAW für Zugeständnisse der Belegschaft bei den Gesundheitskosten verstrich folgenlos. Wagoner hatte mit einem Alleingang gedroht, falls die Mitarbeiter nicht nachgeben sollten. GM hatte im ersten Quartal den höchsten Verlust seit 13 Jahren eingefahren und anschließend die Streichung von 25 000 Stellen angekündigt. Auch Erzrivale Ford hat die Gewinnprognose reduziert und den Abbau von 1 700 Stellen verkündet.

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