Großaktionär Custodia
Rothschild mit Verkauf von Hochtief-Paket beauftragt

Der größte deutsche Baukonzern Hochtief muss sich auf einen neuen Großaktionär einrichten: Die französische Investmentbank Rothschild teilte mit, sie sei damit beauftragt worden, einen Käufer für das 25-Prozent-Paket des Milliardärs August von Finck zu suchen. Damit erhalten Übernahmegerüchte neuen Auftrieb.

HB PARIS/ESSEN. Rothschild erklärte, sie habe einen entsprechenden Auftrag von Fincks Holding Custodia erhalten. „Mehrere Private-Equity-Fonds und Unternehmen aus der Branche haben schon ihr Interesse bekundet.“ Der Verkauf soll in den kommenden Monaten abgeschlossen werden, sagte eine informierte Person. In Finanzkreisen hieß es weiter, der Konzern habe keiner Bank ein Mandat für eine Verteidigung gegen eine Übernahme erteilt.

Mit der Einschaltung von Rothschild erhalten die immer wieder kursierenden Übernahmegerüchte um den Essener Konzern neuen Auftrieb. Zuvor hatte es noch geheißen, Custodia prüfe lediglich den Verkauf ihres Anteils. Hochtief hatte ursprünglich gehofft, dass ihn Custodia als einziger Großaktionär nach dem Ausstieg von RWE vor einer Übernahme schützen würde, und das Engagement des Investors immer wieder als langfristig bezeichnet. Diese Hoffnung hat sich nun endgültig zerschlagen.

Hochtief erklärte, der Vorstand sei in den Verkaufsprozess eingebunden und stehe in engem Kontakt zu Rothschild. „Eine Zerschlagung von Hochtief wäre wertvernichtend“, warnte eine Sprecherin. Hochtief sehe keine Veranlassung, seine Strategie zu ändern.

Die Ankündigung von Custodia, sich von dem 25-Prozent-Paket zu trennen, hatte bereits zu Jahresbeginn heftige Spekulationen um eine Übernahme und anschließende Aufspaltung des des größten deutschen Baukonzerns ausgelöst. Medienberichten zufolge ist die australische Macquarie Bank interessiert, die zuletzt stark in Infrastrukturunternehmen investiert hat. In Finanzkreisen hieß es aber, Macquarie befinden sich nicht auf der Rothschild-Liste der Interessenten.

Hochtief hatte sich in den vergangenen Jahren vom reinen Baukonzern zu einem Unternehmen entwickelt, das Dienstleistungen rund um das Bauen anbietet. Der Konzern ist unter anderem an Flughäfen beteiligt und betreibt zusammen mit der öffentlichen Hand Schulen und Mautstraßen. Auch in den Wachstumsmärkten Asiens und Australien ist er mit seiner Tochter Leighton stark vertreten.

Nach der Mitteilung zogen die Aktien von Hochtief im späten Geschäft deutlich an. Sie notierten mit einem Plus von 2,25 Euro bei 63,30 Euro. „Der geplante Verkauf hat ohne Zweifel die Übernahmefantasie in Gang gebracht“, sagten Händler.

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