Großaktionär Elector
Machtkampf bei Balda spitzt sich zu

Im Machtkampf beim Kunststoffhersteller Balda sollen die Aktionäre das Wort bekommen: Wenn es nach Anteilseigner Elector geht, soll auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über den Aufsichtsrat abgestimmt werden.
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FrankfurtDer Zwist um die Besetzung des Aufsichtsrats des Kunststoffteile-Herstellers Balda geht in die nächste Runde. Der Balda-Großaktionär Elector GmbH verlange die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung, um das dreiköpfige Kontrollgremium neu zu besetzen, teilte Balda am Mittwoch mit. Die Elector GmbH, die rund 27 Prozent an Balda hält, fordere die Ablösung des Aufsichtsratschef Michael Naschke sowie der Aufsichtsratsmitglieder Irene Schetelig und Wilfried Niemann.

Rechtsanwalt Thomas van Aubel und dessen Elector GmbH hatten zu Jahresbeginn den 27-prozentigen Balda-Anteil vom ehemaligen Großaktionär, der taiwanischen Familie Chiang, erworben. Van Aubel hatte daraufhin umgehend eine „angemessene Repräsentanz“ im Aufsichtsrat und die Abwahl von Naschke gefordert. Mit seinem Anliegen war van Aubel jedoch zunächst gescheitert. Stattdessen hatte das Amtsgericht Bad Oeynhausen auf Antrag von Balda Ende Februar den Unternehmer Niemann und die Betriebswirtin Schetelig als Aufsichtsratsmitglieder bestellt.

Van Aubel, Fachanwalt für Steuerrecht und bis 2009 Aufsichtsratschef bei dem inzwischen insolventen Solarkonzern Q-Cells, will laut Balda selbst in den Aufsichtsrat des Kunststoffteile-Herstellers einziehen. Zudem schlage er Frauke Vogler und Oliver Oechsle als AR-Mitglieder vor. Mitte März hatte der Aufsichtsrat beschlossen, dass die Aktionäre für das Geschäftsjahr 2012/13 eine Sonderdividende von 1,50 Euro je Aktie erhalten sollen.

Damit würden im Herbst 88,3 Millionen Euro ausgeschüttet - was nahezu dem vollständigen Erlös aus dem Verkauf einer Restbeteiligung an dem taiwanischen Touchscreen-Hersteller TPK entspreche. Diese Entscheidung sei van Aubel ein Dorn im Auge, erklärte Balda. Der Vorstand werde den Antrag auf eine außerordentliche Hauptversammlung umfassend rechtlich prüfen und dann über das weitere Vorgehen entscheiden, erklärte Balda.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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