Großaktionär und VW-Aufsichtsratschef hat alles unter Kontrolle
Ferdinand Piëch: Ein Machtmensch am Ziel

Auch wenn Ferdinand Piëch den Volkswagen-Konzern offiziell nicht mehr lenkt, übt er dennoch eine ungeheure Macht auf den Autobauer aus.

FRANKFURT. Die Mikrofone recken sich VW-Markenchef Wolfgang Bernhard entgegen. Auch Aufsichtsratsmitglied Christian Wulff, im Hauptberuf Ministerpräsident von Niedersachsen, gibt bereitwillig Auskunft. Etwas abseits vom Trubel auf der IAA in Frankfurt steht ein älterer Mann mit lichtem Haar und beobachtet die Szene: Ferdinand Piëch. Mit einer leichten Handbewegung und einem fast milden Lächeln lehnt er wortlos alle Auskunftsersuche ab.

Doch Piëch, einer der mächtigsten Männer der deutschen Automobilindustrie, wirkt nur äußerlich ruhig. Der Grandseigneur hütet ein Geheimnis. Nach Boxenstopps bei Porsche und Audi war Piëch von 1993 bis 2002 Volkswagen-Chef. Heute steht der als autoritär und technikverliebt geltende Manager beim größten Autobauer Europas an der Spitze des Aufsichtsrats. Sein Familienclan Piëch-Porsche hat beim Stuttgarter Sportwagenbauer das Sagen.

Der 68-Jährige, der in den 90er Jahren VW aus einer tiefen Krise holte, gleichzeitig aber auch mit Bentley, Bugatti und Lamborghini den teuren Einstieg in die Nobelliga steuerte und in den USA Milliardenverluste hinterließ, ist bis heute in Wolfsburg präsent. „Noch immer schlagen einige die Hacken zusammen, wenn sie nur den Namen hören“, sagen Insider.

Was Piëch, der Medienauftritte nie sehr schätzte, auf der Automobilmesse IAA so zufrieden aussehen ließ, war das Geheimnis, dass Porsche den Einstieg bei Volkswagen vorbereitet. Er wusste, dass alle den Deal mit seinem Namen verbinden werden. Der Mann mit dem guten Gedächtnis und dem ausgeprägten Machtbewusstsein hat sich ein Denkmal gesetzt. Nun laufen alle Fäden wieder dort zusammen, wo er es am Liebsten hat: direkt bei ihm.

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