Großaktionäre als Chefverkäufer
Solvay will Girindus übernehmen

Der Brüsseler Chemie- und Pharmakonzern Solvay S.A. will das deutsche Biotechunternehmen Girindus in Bensberg bei Köln übernehmen. Auf der heutigen Girindus-Hauptversammlung wurde bekannt, dass Solvay sich über die deutsche Tochter Solvay Organics bereits 35,54 Prozent des Grundkapitals gesichert hatte - per Kaufvertrag von den Girindus-Großaktionären.

HB DÜSSELDORF. Die Vorstände Fritz und Robert Link sowie deren Familie als Hauptaktionäre haben bekannt gegeben, dass sie ihre Girindus-Anteile – vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden – im Jahr des 30-jährigen Firmenjubiläums verkaufen. Den restlichen Anteilseignern des Bensberger Verfahrensentwicklers und Wirkstoffproduzenten für Arzneimittel und Kosmetik soll nun ein Angebot über 7 Euro je Aktie unterbreitet werden. Damit läge der Kaufpreis des Konzerns bei insgesamt 45 Millionen Euro. Die Börse reagierte sofort: Gegen Mittag stieg der Kurs um fast 23 Prozent auf ein Jahreshoch von 7,05 Euro.

Von der Übernahme betroffen sind rund 140 Mitarbeiter. Neben dem Hauptsitz in Bensberg gibt es noch eine Niederlassung im norddeutschen Künsebeck sowie im Schweizer Fribourg und in den US-Staaten Ohio und Florida. Girindus gehört als Produzent von Wirkstoffen, die in der Behandlung von Krebsleiden an Bedeutung gewinnen, zu den Technologieführern. Marktforscher trauen dem Unternehmen damit in den nächsten fünf Jahren sogar ein Volumen von fast 800 Millionen Dollar zu.

Im ersten Quartal 2005 verbuchte Girindus einen Umsatz von 5,6 Millionen Euro und einen operativen Verlust von 2,4 Millionen Euro. Von 2003 auf 2004 war der Umsatz noch um gut ein Viertel, auf dann 23 Millionen Euro eingebrochen. Der Nettoverlust lag bei 7,7 Millionen - und damit doppelt so viel wie im Vorjahr

Solvay, der viertgrößte PVC-Hersteller weltweit, will sich künftig ebenfalls stärker auf das Pharmageschäft, auf Spezialitäten-Chemikalien und Kunststoffe konzentrieren, um seine Gewinnmargen anzukurbeln. Bereits im März hatte der Konzern angekündigt, er wolle bis zu 1,6 Milliarden Euro den französischen Arzneimittelhersteller Fournier Pharma übernehmen.

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