Großanlagen-Bauer
GEA verkauft Lurgi an Air Liquide

Der Spezialmaschinen- und Anlagenbauer GEA Group – die ehemalige Metallgesellschaft – verkauft ihre Anlagenbau-Tochter Lurgi an den Gasehersteller Air Liquide. Die Franzosen müssen dabei tief in die Tasche greifen.

HB BOCHUM. Der Vertrag sei an diesem Dienstag unterzeichnet worden, teilte GEA in Bochum mit. Der Verkaufspreis betrage 550 Mill. Euro, sagte ein Sprecher. Abzüglich Pensionsverpflichtungen und Schulden, zuzüglich Bargeld-Bestand ergebe sich ein Unternehmenswert von 200 Mill. Euro. Der Buchgewinn soll bei „deutlich mehr“ als 200 Mill. Euro liegen, wie der Sprecher sagte. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden.

GEA will sich auf den Spezialmaschinenbau konzentrieren und verkauft stückchenweise den lange Zeit defizitären Bereich Großanlagenbau. Während Lurgi als Weltmarktführer für Anlagen zur Herstellung von Bioethanol volle Auftragsbücher hat und inzwischen Gewinne ausweist, lässt sich die zweite verbliebene Tochter in dieser Sparte, Lentjes, wohl nur mit hohem Verlust abstoßen. Lentjes ist ein Spezialist für Anlagen zur Rauchgasentschwefelung.

Eigentlich hatte GEA bis Ende vergangenen Jahres einen Käufer für beide Töchter finden wollen, doch die Abschlüsse verzögerten sich. Nun hat mit Air Liquide ein Unternehmen aus der Gasebranche zugegriffen. Der französische Konzern verdoppelt nach eigenen Angaben mit der Übernahme von Lurge seine Geschäftsaktivitäten im Anlagenbau. Lurgi beschäftigt 1 300 Mitarbeiter und setzte 2006 insgesamt 850 Mill. Euro um.

GEA machte in 2006 einen Umsatz von 4,3 Mrd. Euro, wies jedoch aufgrund der Umstrukturierungen unter dem Strich einen Verlust von 288 Mill. Euro aus. 17 500 Mitarbeiter waren zum Jahresende für den MDax-Konzern tätig. Kerngeschäft von GEA sind Maschinen für die Bereiche Nahrungsmittel, Energie, Chemie und Pharma.

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