Großauftrag für ATR Iran Air bestellt 20 Passagierflugzeuge

Der Flugzeughersteller Avions de Transport Régional (ATR) hat einen lukrativen Großauftrag an Land gezogen. Das Unternehmen soll für die Fluggesellschaft Iran Air neue Flugzeuge für den Regionalverkehr produzieren.
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Seit Unterzeichnung des Atomabkommens hat der Iran bereits Milliardengeschäfte mit den US-Flugzeugbauern Boeing und Airbus geschlossen. Quelle: Reuters
Flugzeug von ATR

Seit Unterzeichnung des Atomabkommens hat der Iran bereits Milliardengeschäfte mit den US-Flugzeugbauern Boeing und Airbus geschlossen.

(Foto: Reuters)

TeheranDer italienisch-französische Hersteller ATR liefert der staatlichen iranischen Fluggesellschaft 20 Passagierflugzeuge. ATR-Sprecher David Vargas teilte am Donnerstag mit, Iran Air habe zudem eine Option für die Lieferung 20 weiterer Maschinen des Typs ATR-600 vereinbart. Er wollte keine Angaben zum Preis machen. Nach Listenpreisen würden die Propellermaschinen 536 Millionen Dollar (um die 500 Millionen Euro) kosten. Oft werden aber Rabatte ausgehandelt.

Iran-Air-Chef Farhad Parwaresch sagte der staatlichen Teheraner Nachrichtenagentur Irna, die ersten neun Flugzeuge würden von ATR noch in diesem Jahr geliefert, die übrigen elf 2018.

Seit dem historischen Atomabkommen vom Sommer 2015 hat der Iran bereits Milliardengeschäfte sowohl mit dem US-Flugzeugbauer Boeing als auch dessen europäischem Rivalen Airbus geschlossen. Wegen jahrelanger Sanktionen sind viele technische Einrichtungen im Iran veraltet, so auch die Flotte von Passagierflugzeugen.

Die ATR-Flugzeuge sind für den Regionalverkehr konzipiert. „Sie werden Iran Air definitiv helfen, Regionalverbindungen im Land zu modernisieren und zu entwickeln“, sagte Vargas der Nachrichtenagentur AP.

Die größten Zulieferer der Luftfahrt
Platz 10: Spirit Aerosystems
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Das Jahr 2015 war für den US-Flugzeugrumpf-Hersteller ein gutes Jahr. Zwar sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um knapp zwei Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar. Der Gewinn legte allerdings einen unglaublichen Sprung auf 863 Millionen Dollar hin, was einem Plus von 144% entspricht. Die wichtigsten Kunden von Spirit sind die beiden „big player“ der Flugzeugbranche: Boeing und Airbus.

Quelle: Flightglobal

Platz 9: Precision Castparts
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Das Gießereiunternehmen PCC ist seit Januar 2016 ein Teil der US-amerikanischen Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway, der der Großinvestor und Multimilliardär Warren Buffet vorsitzt. Der Umsatz von Precision Castparts beläuft sich für das Jahr 2015 auf rund 6,9 Milliarden Dollar. Fast 70 Prozent davon werden in der Flugzeugbranche erwirtschaftet. Der US-Konzern führt allerdings noch eine andere Rangliste an, über die das Unternehmen aus Portland gewiss lieber schweigt: Der Toxic 100 Index gibt die 100 größten Luftverschmutzer in den USA an – PCC steht mit meilenweitem Abstand an der Spitze.

Platz 8: Mitsubishi
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Mitsubishi steht für viel mehr als nur die bekannten Automodelle. Die japanische Marke steht für weit über zweihundert von einander unabhängige Konzerne, Unternehmen, Stiftungen und andere Organisationen. Darunter findet sich auch die Mitsubishi Aircraft Corporation, die zu einem Großteil (64%) zu Mitsubishi Heavy Industries gehört. Neben dem Bau eines eigenen, für den Regionalverkehr genutzten Flugzeugs, sind die Japaner weiterhin einer der Hauptlieferanten von Boeing und stellen beispielsweise die Tragflächen der Boeing 787 her. Der Umsatz beläuft sich auf 8,5 Milliarden Dollar.

Platz 7: Textron
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In der Flugbranche ist der US-amerikanische Mischkonzern Textron stark verankert. Neben Hubschrauber- (Bell Helicopter) und Flugzeug-Herstellern (Cessna) gehören unter anderem auch Lycoming und Textron Systems zum Konzern, die respektive für die Herstellung von Flugmotoren und Avionik – ein allgemein gültiger Begriff für Flugzeugelektronik – verantwortlich sind. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Umsatz 2015 zwar um knapp sechs Prozent auf rund 9,8 Milliarden Dollar, der Gewinn ging nichtsdestotrotz leicht nach oben – plus zwei Prozent auf 929 Millionen Dollar.

Platz 6: L3 Technologies (ehemals L-3 Communications)
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Das US-Unternehmen aus New York stellt neben sicheren Kommunikationssystemen und Produkten auch Instrumente für die Navigation, die in Raumfahrt und Flugwesen eingesetzt werden. Eines der vielen Tochterunternehmen – L3 Communications Security and Detection Systems – sorgte als Hersteller von Körperscannern vor wenigen Jahren in Deutschland für Aufsehen. Seit 2010 werden solche Scanner am Hamburger Flughafen getestet. Anfang Dezember 2016 gab das Unternehmen die Umbenennung in L3 Technologies bekannt, die mit dem Jahreswechsel in Kraft trat. Der Umsatz belief sich 2015 auf 10,5 Milliarden Dollar.

Platz 5: Honeywell
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Auch der klassische US-Mischkonzern ist einer der Hauptlieferanten für Airbus und Boeing und stellt verschiedenste Flugzeugteile her – unter anderem auch Triebwerke für Businessjets. Die 12,3 Milliarden Dollar Umsatz werden allerdings auch durch die NASA ermöglicht. Die Raumfahrtbehörde bezieht unterschiedliche Systeme meist von der Sparte Honeywell Aerospace.

Platz 4: Rolls-Royce
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Der Rolls-Royce unter den Triebwerkherstellern ist Rolls-Royce selbst. Neben den luxuriösen Automobilen ist die Rolls-Royce plc für die Herstellung von Triebwerken und Komponenten bekannt, die sowohl in der zivilen als auch militärischen Luftfahrt verwendet werden. Falcon, Griffon, Merlin – die Namen der verschiedenen Kolbentriebwerke des britischen Unternehmens sind vielfältig. Der Konzern konnte im Jahr 2015 rund 13,7 Milliarden Dollar umsetzen.

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