Großauftrag
Siemens zieht in Russland Milliardendeal für Züge an Land

Die Russische Eisenbahn RZD hat Siemens den Zuschlag für den Bau von 240 Zügen gegeben. Für den Großauftrag mit einem Volumen von etwa zwei Milliarden Euro tut sich Siemens mit einem russischen Partner zusammen.
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München Siemens hat nach monatelanger Hängepartie den Zuschlag für einen Großauftrag aus Russland bekommen. Der Münchener Industrie- und Technologiekonzern wird 240 Regionalzüge an die Russische Eisenbahn RZD liefern, teilte Siemens am Mittwoch mit. Über das Geschäft wurde bereits im vergangenen Jahr spekuliert, nun sind die Vorverträge unter Dach und Fach.

Die Order mit einem Volumen von rund zwei Milliarden Euro steht seit längerem im Raum, nur die Unterschriften fehlten bislang. Nun sei ein Vorvertrag in Sotschi am Schwarzen Meer unterzeichnet worden. Die Vertragsdetails würden noch ausgehandelt.

Der Dax-Konzern arbeitet die Order durch ein Joint Venture mit dem russischen Partner Sinara ab. Dieses soll die 240 Züge vom Typ Desiro Rus mit insgesamt 1200 Wagen herstellen und an RZD ausliefern. Die Züge sind für den Regionalverkehr vorgesehen und können eine Geschwindigkeit von bis zu 160 Stundenkilometer erreichen. Sie sollen ab 2013 in Russland gebaut werden.

"Lastochka - Die kleine Schwalbe"

Über das Geschäft war bereits vor knapp einem Jahr spekuliert worden. Damals war Siemens-Chef Peter Löscher mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Russland gereist und hatte dem Vernehmen nach den Deal vorbereitet. Russland will in den kommenden 30 Jahren rund 300 Milliarden Euro für die Modernisierung des Bahnverkehrs ausgeben.

"Russland ist für die Bahntechnik ein strategischer Wachstumsmarkt", sagte der Chef der Siemens-Division Mobility, Hans-Jörg Grundmann. Die Vertragsdetails für die Lieferung der Regionalzüge müssen noch verhandelt werden. Die jetzt georderten Züge, die in Russland unter dem Namen "Lastochka - Die kleine Schwalbe" fahren werden, sollen von 2013 an in der Nähe von Jekaterinburg gebaut werden. Bereits 2009 hatte Russland 54 dieser Züge im Wert von rund 580 Millionen Euro bestellt, von denen 16 in Russland und 38 in Krefeld gefertigt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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