Großbritannien
General Motors baut Stellen in Astra-Produktion ab

Wenige Stunden nach der Bekanntgabe, den Verkauf in Japan zum Jahresende einzustellen, wartet Opel – respektive dessen Mutterkonzern General Motors – mit einem weiteren Brocken auf: GM Europe will auch sein Werk in Großbritannien stutzen.

HB RÜSSELSHEIM. Der Autobauer General Motors (GM) will noch in diesem Jahr knapp 1000 Stellen in der Produktion des Opel Astra in Großbritannien abbauen. Bochum bliebe damit vom befürchteten Arbeitsplatzabbau vorerst verschont.

„Wir wollen unsere Chance jetzt nutzen, uns von Mitarbeitern zu trennen, die wir in Zukunft nicht mehr brauchen. Es geht um knapp 1000 Stellen“, sagte GM-Europe-Chef Carl-Peter Forster am Mittwoch am Rande einer Veranstaltung in Rüsselsheim. Vorschlag des Managements sei gewesen, diese im Astra-Werk im britischen Ellesmere Port abzubauen, um die Produktivität zu steigern. Von den drei Schichten soll dort eine wegfallen. Die Gewerkschaften wollten die Stellenstreichungen aber auf andere Astra-Werke in Europa verteilen.

Dieser Vorschlag sei aus Sicht des Managements jedoch „nicht superattraktiv“, sagte Forster. Dennoch werde darüber verhandelt. Eine Entscheidung solle bald fallen. Der Astra, der Verkaufsschlager der deutschen GM-Tochter Opel, wird außer in Ellesmere Port auch im belgischen Antwerpen und in Bochum gebaut.

Der Gesamtbetriebsratschef von GM Europe, Klaus Franz, bestätigte die Gespräche. „Wir verhandeln auf europäischer Ebene“, betonte er. Arbeitnehmervertreter hatten befürchtet, die Schicht werde in Bochum wegfallen. Forster sagt, das Opel-Werk im Ruhrgebiet habe in der Vergangenheit schon erhebliche Einschnitte hinnehmen müssen. Zudem sei der Arbeitsmarkt in Großbritannien aufnahmefähiger.

Die Arbeitnehmervertreter wollen Franz' Worten zufolge das Tauziehen um die wegfallende Schicht nutzen, um das Management zu einem europäischen Rahmenvertrag mit Standortgarantien über 2010 hinaus zu bewegen. 2010 soll der neue Astra kommen, der Wettbewerb der Standorte um die Fertigung ist bereits im Gange. Forster betonte, Ziel von GM Europe sei es, alle Werke zu erhalten. „Wir wollen in den Märkten bleiben, wo wir fertigen.

Jetzt geht es um die langfristige Absicherung von Jobs“, sagte er. Um dies zu erreichen, müssten die Werke „ultraproduktiv“ sein. Die Produktivität in den drei Astra-Produktionsstätten sei momentan gut, aber von der in den besten Werken noch entfernt. Der Mutterkonzern GM hatte auf dem europäischen Kontinent bereits ein massives Sparprogramm durchgesetzt, der Löwenanteil der 12 000 weggefallenen Stellen entfiel auf Opel.

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