Großbritannien lockt Europas Energiekonzerne
RWE bietet für British Energy

RWE macht Ernst: Der Essener Energiekonzern hat ein vorläufiges Angebot über knapp 14 Mrd. Euro für den Atomkraftwerksbetreiber British Energy vorgelegt. Weil auch der britische Staat mitreden wird, erwarten Branchenexperten ein langwieriges Verfahren.

LONDON. RWE macht im Bieterwettstreit um British Energy Ernst: Dem britischen Atomkraftwerkbetreiber liege ein vorläufiges Angebot des deutschen Energiekonzerns über rund elf Mrd. Pfund (14 Mrd. Euro) vor, heißt es in Finanzkreisen. RWE sei deshalb eines von mehreren Unternehmen, die British Energy zurzeit in die Bücher schauen dürften. Allerdings hat RWE mit Electricité de France (EdF) einen potenten Konkurrenten. Auch die britische Centrica ist an einer Beteiligung interessiert.

In Branchenkreisen wird mit langwierigen Verhandlungen gerechnet, weil auch der britische Staat mitreden wird. Die Regierung könnte ein Interesse haben, dass British Energy letztlich an ein Konsortium von mehreren Bietern geht - eventuell unter Beteiligung von RWE. RWE selbst lehnte auf Anfrage einen Kommentar zu dem Gebot ebenso ab wie British Energy.

Großbritannien lockt Europas Energiekonzerne mit der Ankündigung, wieder neue Atomkraftwerke bauen zu wollen. Eine Schlüsselrolle kommt dabei British Energy zu. Das Unternehmen betreibt zurzeit acht der zehn britischen Atomkraftwerke, an deren Standorten neue Anlagen am leichtesten zu bauen wären.

RWE ist erklärtermaßen am Bau von Atomkraftwerken interessiert, um mit den CO2-freien Anlagen die Klimabilanz zu verbessern. Der Konzern betreibt in Deutschland viele Kohlekraftwerke, ist Europas größter Emittent des klimaschädlichen CO2 und muss deshalb mit hohen Belastungen durch den Emissionshandel rechnen. Auch in Bulgarien und Rumänien bewirbt er sich um den Betrieb von Atomkraftwerken.

British Energy hat nach Informationen aus den Branchenkreisen die Investmentbank NM Rothschild mit der Suche nach Käufern beauftragt. Das Interesse sei zwar groß, noch gebe es aber keine formelle Auktion, hieß es. Die Anteile sind weitgehend breit gestreut. 35,2 Prozent der Aktien liegen beim Staat, die Regierung hat jüngst bereits ihre Bereitschaft signalisiert, sich von dem Paket zu trennen. Die Regierung selbst wird von UBS beraten, eine Sprecherin betonte aber, dass British Energy den Prozess führe. Rothschild wird Angebote für den Kauf des gesamten Unternehmens sammeln, die Regierung wird dann entscheiden, ob sie das Angebot annimmt.

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