Großbritanniens Spitzenunternehmen
Globalisierung treibt Renditen

Großbritanniens Top-Unternehmen arbeiten hochprofitabel – und viel effizienter als die deutschen. Im Durchschnitt stieg der Umsatz der Top 50 im abgelaufenen Geschäftsjahr um sieben Prozent, während der Gewinn um 54 Prozent zulegte. Ein Grund für das Gewinn- und Umsatzplus: die steigende Nachfrage aus Schwellenländern.

LONDON. Großbritanniens Top-Unternehmen arbeiten hochprofitabel. Im abgelaufenen Geschäftsjahr profitierten vor allem Rohstoff- und Energiekonzerne, aber auch Chemie- und Konsumgüterfirmen von der steigenden Nachfrage aus Schwellenländern. Umsätze und Gewinne der führenden 50 Unternehmen stiegen zwar langsamer als 2005, doch die Umsatzrendite rückte näher an die Marke von zehn Prozent heran.

In der Rangliste der 50 größten Firmen gab es nur wenige bedeutende Verschiebungen. Im Durchschnitt stieg der Umsatz der Top 50 um sieben Prozent, während der Gewinn um 54 Prozent zulegte. Doch dieses Ergebnis ist erneut durch die enormen Goodwill-Abschreibungen des Mobilfunkriesen Vodafone verzerrt. Rechnet man das viertgrößte britische Unternehmen heraus, so ergibt sich ein Gewinnzuwachs von 13 Prozent für die erste Etage der britischen Wirtschaft. Auch damit stiegen jedoch die Gewinne fast doppelt so schnell wie die Umsätze, womit sich die durchschnittliche Umsatzrendite von 9,1 auf 9,5 Prozent verbesserte.

Die Rangliste spiegelt die Struktur der britischen Wirtschaft wider – bis auf den starken Finanzsektor, der in dieser Betrachtung mangels Vergleichbarkeit außen vor bleibt. Rund die Hälfte des Umsatzes der 50 führenden Unternehmen entfällt auf Rohstoff- und Energiekonzerne, die ihre globalen Aktivitäten von London aus steuern. Etwa ein Drittel steuern Unternehmen aus dem Handel- und Dienstleistungssektor bei, der Rest entfällt auf ein gutes Dutzend Industriekonzerne, vor allem aus den Branchen Pharma, Chemie und Konsumgüter.

Anders als 2005, als die Rohstoff- und Energieriesen gewaltige Gewinnsprünge machten, weisen diesmal Handel und Dienstleistungen mit 37 Prozent und Industrie mit 26 Prozent die stärkeren Zuwächse auf. Nicht einmal mehr um drei Prozent steigerte der Rohstoff- und Energiesektor seine Gewinne. Das liegt vor allem an den Ölriesen Shell und BP, die die Rangliste anführen: Ihre Gewinne sind zwar absolut nach wie vor mit Abstand die höchsten, aber sie sind 2006 etwas zurückgegangen.

Dafür liegen die Bergbaukonzerne Rio Tinto und BHP Billiton mit Renditen von je rund 33 Prozent ganz an der Spitze. Nimmt man noch Anglo American und Xstrata dazu, dann finden sich gleich vier der fünf größten Rohstoffkonzerne der Welt in der britischen Rangliste. Sie alle profitieren derzeit von einem „Superzyklus“ für Rohstoffe, ausgelöst von der Industrialisierung Chinas und Indiens. Doch ewig wird der Zyklus nicht halten, argwöhnen Analysten. „Die Gewinne in zyklischen Branchen wie Öl und Rohstoffe könnten 2008 ihren Höhepunkt überschreiten“, sagt Tony Foster, Investment-Direktor beim Lebensversicherer Scottish Widows, voraus. Schon die jüngsten Zwischenergebnisse zeigen, dass die rasch steigenden Kosten für die Erschließung neuer Ölquellen und Bergwerke auf die Gewinne drücken.

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