Große Abhängigkeit von VW
Osteuropa hat plötzlich Angst vor Volkswagen

Über Jahre hat der VW-Konzern die Wirtschaft in vielen Staaten Osteuropas angeschoben. Nun fürchten Ungarn, Tschechien und die Slowakei einen massiven Konjunkturknick durch die Diesel-Affäre.
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WienDer Abgas-Skandal bei Volkswagen droht das Wirtschaftswachstum in der Tschechischen Republik, der Slowakei und in Ungarn zu beschädigen. Nach Einschätzung der Bank of America könnte sich das Wachstum der Bruttoinlandsprodukts in Tschechien und Ungarn um ein bis anderthalb Prozent nach unten bewegen. Das geht aus einem Report der Bank hervor.

In der Nähe von Prag hat die VW-Marke Skoda ihren Sitz. In Ungarn besitzt Audi in Györ einen wichtigen Standort. 2015 begann Audi dort mit der Serienproduktion der Audi A3 Limousine und des A3 Cabriolet. Im vergangenen Jahr startete die Serienfertigung des TT Coupé und des TT Roadster.

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Inside Wolfsburg

Volkswagen hatte höchste Ziele: Die Welt der Autos wollte man auch mit der Dieseltechnologie erobern. Doch die Motoren lieferten nicht die vom US-Staat geforderten Abgaswerte, weshalb der Wolfsburger Automobilkonzern eine groß angelegte Manipulation begann. Die Rekonstruktion eines Betrugs in elf Kapiteln.

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In der Slowakei schließlich ist Volkswagen mit einem Werk in der Hauptstadt Bratislava der größte ausländische Investor. In der Fabrik, in der für die Marken, VW, Seat, Porsche, Audi, Skoda und Bentley produziert wird, arbeiten knapp 10.000 Beschäftigte. Im vergangenen Jahr wurden dort knapp 400.000 Fahrzeuge gefertigt.

Die Stimmung in dem riesigen Werk an der Donau, rund 20 Minuten vom historischen Zentrums Bratislavas, ist schwierig. Die Mitarbeiter, die stolz sind bei Volkswagen zu arbeiten, traf der Skandal völlig unvorbereitet. Derzeit werde versucht, pragmatisch mit der Situation umzugehen. Einen kleinen Trost gibt es für die Belegschaft: In der Slowakei wurden keine der betroffenen Motoren gebaut.

Experten warnen jedoch vor zu pessimistischen Annahmen. „Noch können wir über einen möglichen Rückgang der Absatzzahlen nur spekulieren. Um konkrete Aussagen treffen zu können, brauchen wir noch Zeit“, sagt ein in Prag ansässiger Branchenexperte. „Ob es überhaupt nachhaltige Auswirkungen in den osteuropäischen Ländern kommen wird, muss man noch beobachten. Derzeit kann man noch keine verlässlichen Aussagen treffen“, sagte Chefanalyst Thomas Neuhold von Kepler Chevreux in Wien am Freitag.

Auch eine VW-Sprecherin in der Slowakei warnte: „Für ein Beurteilung ist es noch viel zu früh.“ Es gebe überhaupt noch keine empirische Grundlage, hieß es am Freitag bei der Deutsch-Slowakischen Industrie- und Handelskammer. „Mit Sicherheit kann derzeit niemand eine Aussage treffen. Die Frage ist auch, ob VW kein Einzelfall ist oder auch noch andere Autokonzerne betroffen sind“, sagte Vize-Geschäftsführer Markus Halt am Freitag in Bratislava.

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Prognosen müssen wohl nach unten korrigiert werden

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  • Das Abgasproblem wird hinsichtlich des Verkaufs von Fahrzeugen der Marken des VW-Konzerns überbewertet. Neuwagen werden jedenfalls die Abgas-Grenzwerte jetzt mit Bravour einhalten und die Fahrzeuge sind ansonsten weiterhin von guter Qualität.
    Wirklich problematisch für den VW-Konzern kann die durch den Abgasskandal verursachte Kostenlawine sein + Strafzahlungen. Die Rückstellung von 6.5 Milliarden EURO für zu erwartende Kosten etc. dürfte da - konservativ - mit dem Faktor 10 zu multiplizieren sein.
    Der Skandal wurde durch die kleine NON-Profit-NGO ICCT ausgelöst, die von HP, Ford und einem Hedge-Fond gesponsert und seit 2015 von einem gut vernetzten Mr. Daniel Greenbaum geführt wird. Frage : Wurden Profite gemacht durch das "Shorten" von VW-Aktien und wenn JA von wem ???

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Das tue ich jeden Tag. ;-)
    Spektakuläre Ausnahme, auf die ich bereits hingewiesen habe, ist das Palladium.
    Das explodiert gerade im Preis, weil es wichtiger Bestandteil in Katalysatoren von Otto-Motoren ist und Diesel-Fahrzeuge momentan ja sehr in Verruf gekommen sind.
    Geht etwa der Erdöl-Preis weiter in die Knie, so kommen z.B. auch die Ölscheichs am Golf in die Bredouille, und der Wolkenkratzer-Index dürfte seinen Höhepunkt erreicht haben:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wolkenkratzer-Index
    Für dekadente, angeberische Protzbauten ist dann nämlich auch kein Geld mehr da...

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