Große Baukonzerne hoffen auf neue Aufträge
Koalitionsvereinbarung sorgt am Bau für Freude

Die deutsche Bauindustrie zählt sich zu den Gewinnern der Koalitionsvereinbarung. „Wir hoffen auf neuen Rückenwind“, sagte Herbert Bodner, Vorstandschef der Mannheimer Bilfinger Berger, Deutschlands zweitgrößtem Baukonzern.

agr HB DÜSSELDORF. Durch die Unterstützung privatwirtschaftlicher Modelle beim Bau und Betrieb öffentlicher Infrastruktureinrichtungen wie Straßen oder Schulen (Public Private Partnership – PPP) komme mehr Schwung in den Abbau des öffentlichen Investitionsstaus, ist Bodner überzeugt, der sich im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) für PPP-Projekte und damit mehr öffentliche Aufträge stark macht.

Positive Akzente sieht die Bauindustrie vor allem in der Verkehrsinfrastrukturpolitik. Die Ankündigung der Koalition, die Investitionen in Verkehrswege um 4,3 Mrd. Euro zu erhöhen, werde von der Bauindustrie uneingeschränkt begrüßt, sagte HDB-Vizepräsident Helmut Echterhoff. Die Ankündigung kommt gerade recht. Laut HDB-Präsident Hans-Peter Keitel, gleichzeitig Chef von Deutschlands größtem Baukonzern Hochtief, neigt sich die Baukrise dem Ende entgegen. Die Auftragszahlen stiegen schon im vierten Monat in Folge, die Erwartungen der Firmen seien besser als seit vielen Jahren.

Der Optimismus hat einen Grund: Den großen Konzernen geht es gut. Hochtief ist in Deutschland durch Kostensenkungen und die Spezialisierung auf anspruchsvolle Hochbausegmente in die Gewinnzone zurückgekehrt. Da sich das Baugeschäft auch weltweit verbessert hat, rechnet Helaba-Analyst Erhard Schmitt mit „einem ungebrochenen Aufwärtstrend auf allen Ebenen der Erfolgsrechnung“, wenn Hochtief am Donnerstag seine Neun-Monatszahlen vorlegt.

Bilfinger Berger war bereits gestern an der Reihe: Laut Bodner konnte mit einem guten Deutschlandgeschäft der Flop auf australischen Baustellen abgemildert werden, der vor einigen Wochen Anlass für eine Gewinnwarnung war und das Hochbaugeschäft des Konzerns in die roten Zahlen gezogen hat. Carlos Möller, im Vorstand für die außereuropäischen Beteiligungen zuständig, hatte am Freitag seinen Hut genommen. „Wir haben einen hohen Anteil verlässlicher Stammkunden und damit im Gegensatz zu manchem Konkurrenten keinerlei Zahlungsausfälle“, begründet Bodner den Deutschland-Erfolg. Allerdings werde hier zu Lande bei einer Umsatzmarge von einem Prozent kein berauschendes Ergebnis erzielt.

Trotz der Verluste im australischen Hochbau von rund 30 Mill. Euro meldet Bilfinger für die ersten neun Monate Zuwächse in allen Sparten verbunden mit einem Ergebnisplus im Konzern. Leistung, Auftragseingang und -bestand legten zweistellig zu. Das operative Ergebnis (Ebita) verdoppelte sich auf 50 Mill. Euro, der Konzerngewinn stieg um 64 Prozent auf 23 Mill. Euro. Bodner bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr von 65 bis 70 (2004: 51 ) Mill. Euro für den Gewinn und die Bauleistung von 6,9 (6,1) Mrd. Euro. Vor der Gewinnwarnung sollten es „gut 70 Mill. Euro“ werden.

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