Große Heilungschancen
Boehringer erzielt Fortschritt bei Medikamente-Entwicklung

Tests an Patienten stimmen das Pharmaunternehmen Boehringer zuversichtlich: Eine Tablette gegen den Hepatitis-C-Virus erzielt gute Ergebnisse. Es ist der am weitesten entwickelte Wirkstoff der Firma für diese Anwendung.
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FrankfurtDer Pharmakonzern Boehringer Ingelheim treibt die Entwicklung eines neuen Medikaments gegen die gefährliche Lebererkrankung Hepatitis C voran. Das Familienunternehmen habe in einer großangelegten Studie mit dem Wirkstoff Faldaprevir bei mehreren Patientengruppen positive Resultate erzielt, teilte Boehringer Ingelheim am Wochenende mit. Bei einem Großteil der Patienten, die die Tablette erhielten, sei der Hepatitis-C-Virus zurückgedrängt und die Behandlungszeit deutlich verkürzt worden. Deutschlands zweitgrößter Arzneimittelhersteller will auf Basis der Studiendaten bald weltweit die Zulassung des Mittels beantragen.

Weltweit sind Schätzungen zufolge mehr als 170 Millionen Menschen mit Hepatitis C infiziert. Hepatitis C wird durch Blut übertragen. Nicht behandelt sind chronische Leberentzündungen die Folge - als Spätfolge kann Hepatitis C auch zu Leberkrebs führen. Derzeit arbeiten mehrere Pharmakonzerne an neuen Tabletten gegen Hepatitis C, darunter die US-Firmen Gilead Sciences, Merck & Co sowie Bristol-Myers Squibb und Abbvie. Ihr Ziel ist es, ältere Standardtherapien mit dem zu spritzenden Wirkstoff Interferon zu ersetzen, das schwere Nebenwirkungen auslösen kann.

Boehringer stellte die Ergebnisse seiner Phase-III-Studie, an der mehr als 2.200 Patienten teilnahmen, auf einem Medizinkongress in der US-Hauptstadt Washington vor. Neue Medikamente müssen vor einer Zulassung erst drei Phasen der klinischen Erprobung am Menschen erfolgreich bestehen. In der Studie wurde Faldaprevir in Kombination mit einem Interferon-Präparat und dem älteren Wirkstoff Ribavirin getestet. Bei 84 Prozent von vorher noch nicht behandelten Patienten, die das Boehringer-Mittel erhielten, konnte den Daten zufolge die Behandlungszeit deutlich verkürzt werden. Bei 83 Prozent der Patienten konnte eine Heilung erzielt werden. Auch bei schwer zu behandelnden Patienten mit einer HIV-Infektion sowie bei Patienten, bei denen eine vorherige Behandlung nicht erfolgreich war, habe das Mittel positive Resultate gezeigt.

Faldaprevir ist der am weitesten entwickelte Wirkstoff von Boehringer Ingelheim zur Bekämpfung von Hepatitis. Das Unternehmen aus Ingelheim bei Mainz will im kommenden Jahr auch Studiendaten präsentieren, bei der der Wirkstoff Teil einer Interferon-freien Behandlung ist.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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