Großer Einstieg bei Eicher?
Daimler-Chrysler verhandelt mit indischen Lkw-Herstellern

Daimler-Chrysler, Nummer eins bei Nutzfahrzeugen, sucht nach neuen Absatzmärkten. Dabei ist das aufstrebende Schwellenland Indien ins Blickfeld geraten. Laut einer Medienmeldung verhandeln die Stuttgarter aktuell mit dem Lkw-Bauer Eicher Motors, einem Unternehmen mit deutschen Wurzeln.

HB STUTTGART. „Wir führen weiterhin Gespräche mit den verschiedensten Partnern“, sagte eine Daimler-Chrysler-Sprecherin am Freitag in Stuttgart. Zum Stand der Verhandlungen mit lokalen Herstellern wollte sie sich nicht äußern.

Die indische Tageszeitung „Economic Times“ berichtete unter Berufung auf Branchenkreise, Daimler-Chrysler werde seinen Anteil am indischen Lastwagenhersteller Eicher voraussichtlich von derzeit 3,6 auf dann 24 Prozent aufstocken. Der deutsch-amerikanische Konzern wolle von den Firmengründern, die mit 58,6 Prozent die Mehrheit halten, Aktien übernehmen, „Die genannten Zahlen kann ich nicht bestätigen“, sagte die Daimler-Chrysler-Sprecherin. Von Eicher war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Eicher ist einer der größten indischen Nutzfahrzeughersteller. Neben Lastwagen und Bussen stellt das Unternehmen auch Motorräder unter der Marke Royal Enfield sowie Motorteile her. Der Name „Eicher“ stammt aus Deutschland. Ende der 50er Jahre hatte der gleichnamige deutsche Traktorenhersteller ein Gemeinschaftsunternehmen in Indien gegründet, das letztlich ganz in indische Hände gelangte. Die deutsche Mutter ging indes unter.

Als weltgrößter Nutzfahrzeughersteller will Daimler-Chrysler im indischen Lkw-Geschäft stärker mitmischen. Außer mit Eicher werden auch mit dem Hersteller Tata Gespräche geführt, um die bestehenden Kapitalverflechtungen und die Zusammenarbeit auszuweiten. An Tata ist Daimler-Chrysler direkt mit 6,8 Prozent beteiligt, an Eicher Motors indirekt über die japanische Tochter Fuso. Zudem führt der Konzern Gespräche mit der indischen Sutlej Motors über eine Kooperation im Bus-Geschäft.

Die großen Nutzfahrzeughersteller rechnen nach einem jahrelangen Boom mit einer schwächeren Nachfrage im kommenden Jahr. Der Verkauf von Lkw und Bussen in aufstrebenden Märkten wie China oder Indien könnte den Abschwung etwas abfedern. In Indien und China werden nach Daimler-Chrysler-Angaben pro Jahr rund eine halbe Million schwere Nutzfahrzeuge verkauft.

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