Großer Widerstand gegen Verkauf
Kurz vor Privatisierung schwächelt Erdemir

Drei Wochen vor Ablauf der Angebotsfrist verzeichnet der kurz vor der vollständigen Privatisierung stehende größte türkische Stahlproduzent Erdemir einen Gewinneinbruch.

HB DÜSSELDORF. Wie das Unternehmen gestern in einer Pflichtmitteilung an die Börse in Istanbul erklärte, ist der Überschuss im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent abgesackt. Grund seien der anhaltende Preisdruck und steigende Rohstoffkosten. Gleichwohl konnte Erdemir die Schätzungen von Analysten, die für die Monate April bis Juni einen Nettogewinn von umgerechnet 93 Mill. Dollar prognostiziert hatten, mit 97 Mill. Dollar leicht übertreffen. Der Kurs der Erdemir-Aktie zog leicht an.

Bis zum 26. September müssen Interessenten ein verbindliches Kaufangebot für Erdemir vorlegen. Der türkische Staat will seinen Anteil von 49,3 Prozent en bloc veräußern und hofft dabei auf Einnahmen von bis zu 1,2 Mrd. Dollar. Insgesamt 13 Unternehmen nehmen die Privatisierungsunterlagen genauer unter die Lupe, unter ihnen der weltgrößte Stahlhersteller Mittal, der Branchenzweite Arcelor, die britisch-niederländische Corus-Gruppe und der koreanische Posco-Konzern, weltweit die Nummer fünf in der Stahlbranche.

In der Türkei gibt es große Widerstände gegen den Verkauf an einen ausländischen Konkurrenten. Türkische Kunden von Erdemir befürchten, ein ausländischer Eigentümer könnte das Unternehmen stärker auf Export trimmen und den Inlandsmarkt vernachlässigen. Die Erdemir-Gruppe produzierte 2004 fünf Mill. Tonnen Rohstahl und belegt damit Rang neun in Europa.

Um die Erfolgschancen bei der Privatisierung zu erhöhen, sucht Corus bereits türkische Partner, um gemeinsam ein Angebot abzugeben. Für Corus, 1999 entstanden aus British Steel und Hoogovens, wäre das die erste Expansion seit der Fusion.

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