Großer Zukauf geplant
Radeberger lässt Oetker-Umsatz steigen

Pudding-König Oetker rührt kräftig auf dem deutschen Biermarkt mit. Die Brautochter des Bielefelder Familienkonzerns, Radeberger, will den Dortmunder Getränkekonzern Brau und Brunnen übernehmen.

HB/dpa BIELEFELD. Die Nummer drei der deutschen Braugruppen hat dem Vernehmen nach bereits Interesse an der Nummer vier bekundet, die mehrheitlich noch der Hypo-Vereinsbank gehört. „Wir haben eine Vertraulichkeitserklärung unterschrieben“, sagte der Radeberger-Chef Ulrich Kallmeyer am Dienstag auf der Oetker-Bilanzpressekonferenz. Die Verkaufsverhandlungen für Brau und Brunnen sollen aber erst in den kommenden Wochen beginnen, hieß es in Branchenkreisen. Angeblich soll es insgesamt zehn bis 15 Interessenten für die Dortmunder geben. Bei Brau und Brunnen hieß es, „bis zum Jahresende sind wir soweit, dass wir etwas mehr sagen können“.

Oetker, der größte deutsche Lebensmittelhersteller, ist im Jahr 2002 nur durch das Einbeziehen seiner Brautochter in die Bilanz gewachsen. Der Umsatz stieg mit der Konsolidierung der Radeberger Gruppe (ehemals Binding, Frankfurt/Main) um 16,2 % auf 5,12 Mrd. €, berichtete Konzernchef August Oetker. Bereinigt um Währungseffekte und Erstkonsolidierungen sei der Umsatz auf dem Vorjahresniveau geblieben (plus 0,1 %). Die Ertragsziele seien aber weitgehend erreicht worden. Zur Höhe des Konzerngewinns macht das nicht börsennotierte Familienunternehmen keine Angaben. Für 2003 wird ein insgesamt „zufrieden stellendes Geschäftsjahr“ erwartet. Das Dosenpfand verursache dieses Jahr schwere Verwerfungen im Biermarkt.

Im Geschäftsjahr 2002 verzeichnete die Oetker-Sparte Schifffahrt vor allem durch einen schwächeren Dollar einen Umsatzrückgang um 11,7 %. Oetker besitzt mit Hamburg Süd die zweitgrößte deutsche Reederei. Der Bereich steuert mehr als jeden dritten Euro zum Umsatz des Konzerns bei. Die Oetker-Stammsparte Nahrungsmittel (Dr. Oetker, Langnese-Honig, Costa), wuchs 2002 dank zunehmender Auslandsgeschäfte um 5,1 %. Sie bringt mehr als jeden vierten Euro der Erlöse ein. Die Oetker-Sparte Sekt/Wein/Spirituosen (Henkell/Deinhard/Wodka Gorbatschow), in der jeder zehnte Euro erlöst wird, verbuchte ein Umsatzplus von 0,7 %. Die Bier-Sparte (Radeberger, Clausthaler, Schöfferhofer) erzielte 904 Mill. € Umsatz (plus 6,5 %).

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