Großes Sparprogramm
Peugeot Citroen bastelt am Billigauto

Europas zweitgrößter Autobauer PSA Peugeot Citroen wird seine Wagen derzeit nur schwer los. Um nicht unter die Räder zu kommen, will das Unternehmen seine Kosten massiv senken und gleichzeitig Dutzende neue Modelle auf den Markt bringen. Auch in bislang vernachlässigte Segmente wollen die Franzosen einsteigen.

HB PARIS. Der neue Unternehmenschef Christian Streiff sagte bei der Vorstellung seiner Pläne auf der Hauptversammlung am Mittwoch, er wolle die Profitabilität und den Marktanteil von PSA steigern, dabei aber möglichst ohne weitere Stellenstreichungen oder Werksschließungen auskommen. Jede einzelne Fabrik solle zur Senkung der Fixkosten beitragen. „Ich kann niemals nie sagen, aber wir wollen massive Sozialpläne vermeiden. Wir wollen vermeiden, Kapazitäten zu schließen und damit das Risiko einzugehen, diese später mit mehr Kostenaufwand wieder aufbauen zu müssen.“ Insgesamt sollen die Fixkosten um 30 Prozent sinken.

PSA hatte Ende April trotz einer überraschend starken Umsatzsteigerung im Quartal angekündigt, noch in diesem Jahr in Frankreich 4 800 Arbeitsplätze abzubauen. 2006 hatte der Autokonzern bereits einen Einstellungsstopp erlassen und ein Werk in Großbritannien geschlossen.

PSA macht vor allem die Konkurrenz aus Asien zu schaffen. In den vergangenen vier Jahren stagnierte der Absatz in Europa und der Marktanteil ging im April dieses Jahres um etwa 2 Prozentpunkte auf 13,3 Prozent zurück. Der Verkauf von Fahrzeugen nahm 2006 um 0,7 Prozent auf knapp 3,4 Mill. ab. Wegen der Absatzschwierigkeiten hatte PSA im vergangenen Jahr auch einen Gewinneinbruch verbucht. Der Überschuss schrumpfte um fast 83 Prozent auf 176 Mill. Euro.

Billigauto

Wie die europäische Konkurrenz leidet Peugeot unter dem starken Euro. Dadurch entstehe eine enormer Nachteil gegenüber amerikanischen und japanischen Rivalen, die zu unschlagbaren Preisen importieren könnten, sagte Streiff. Kontern will der frühere Airbus-Chef mit 21 neuen Modellen, die bis 2010 in Europa auf den Markt kommen sollen. Das Niedrig-Preis-Segment soll besser abgedeckt werden, wo der heimische Konkurrent Renault mit dem „Logan“ der rumänischen Tochter Dacia vertreten ist. Peugeot überlegt aber auch, was in der Luxusklasse und beim kleineren Stadtauto noch möglich ist.

20 weitere Modelle werden darüber hinaus speziell für den chinesischen und den südamerikanischen Markt entwickelt, wie Streiff ankündigte. Der Fokus liege aber auf Europa, wo PSA dem Wolfsburger Platzhirsch Volkswagen beim Absatz hinterherhinkt. Speziell Deutschland hat es den Franzosen angetan. „Der Amerikanische Traum ist für den Moment vorbei. Unser wichtigstes Ausland ist Deutschland“, sagte Streiff.

Die Börse zeigte sich nicht überzeugt von Streiffs Plänen. PSA-Aktien büßten knapp 2,8 Prozent ein.

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