Großflugzeug
Auslieferung des Airbus 380 verzögert sich weiter

Airbus braucht für die Produktion des Großflugzeugs A380 länger als geplant. In diesem Jahr werden nur zwölf statt der geplanten 13 Maschinen ausgeliefert. Kommendes Jahr wirken sich die Verzögerungen noch stärker aus.

HB PARIS. 2009 sollen 21 statt 25 A380 an die Kunden gehen. Das teilte Airbus nach einer Überprüfung der Produktionsfortschritte am Dienstag mit. Die finanziellen Folgen der erneuten Verzögerungen hingen von Gesprächen mit den betroffenen Kunden ab und von einer genauen Analyse der Auswirkungen auf den Auslieferungsplan ab 2010, hieß es. Sie ließen sich deshalb noch nicht beziffern. Es zeichne sich hier jedoch kein "katastrophenartiges Szenario" ab, sagte Airbus-Chef Tom Enders am Dienstag.

Zwar seien zuletzt vier Flugzeuge wie geplant ausgeliefert worden, doch brauche die Produktion mehr Zeit und Ressourcen als erwartet, räumte die Airbus-Muttergesellschaft EADS ein. Die aufwändige Einzelfertigung verzögere den Übergang zur vollständigen Serienfertigung, die auf einem neuen Design- und Produktionsprozess basiere.

Vor einer Woche hatte Airbus-Chef Enders eingeräumt, die Komplexität des Flugzeugs unterschätzt zu haben. In einem Brief an die Kunden hatte er vor weiteren Verzögerungen bei der Auslieferung kommen könnte. Wegen Problemen mit der Software beim Einbau der umfangreichen Verkabelung hatte Airbus die Auslieferung des A380 bereits mehrfach verschoben. Der erste wurde mit fast zweijähriger Verspätung erst im Oktober 2007 an Singapore Airlines ausgeliefert. Inzwischen wurden vier der doppelstöckigen Maschinen an Kunden übergeben.

Die Kabel der ersten 25 Flugzeuge - der "ersten Welle" - wurden mühsam per Hand eingebaut. Ab der Nummer 26 soll das in der zweiten Welle automatisch gehen. Derzeit sind nach Angaben von Airbus 17 A380-Flugzeuge in verschiedenen Produktionsstadien, die meisten davon bei der Verkabelung und bei Systemtests. Die meisten Flugzeuge, die 2008 an die Kunden gehen sollen, sei bereits geflogen.

Die Verzögerungen beim A380 haben Airbus und seine Muttergesellschaft EADS bereits Mrd. gekostet und ein Sparprogramm zur Folge. Auch dabei musste Airbus Rückschläge einstecken. Die geplanten Werksverkäufe an Zulieferer zur Abwälzung von Kosten scheiterten in Deutschland und in Frankreich.

Der Markt reagierte gelassen auf die erneuten Verzögerungen. Die EADS-Aktie gab in Frankfurt um ein Prozent auf 15,59 Euro und in Paris, dem Haupthandelsplatz des Papiers, um 0,8 Prozent auf 15,62 Euro nach. EADS will am Mittwoch Zahlen zum ersten Quartal veröffentlichen.

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