Großinvestor
Streit: Russe verlangt von K+S Zugeständnis

Zwischen dem russischen Großinvestor Andrej Melnitschenko und dem Kassler Düngemittelkonzern K + S Aktiengesellschaft knirscht es. Melnitschenko streitet mit dem Dax-Konzern um die Mitsprache im Aufsichtsrat. Die Hauptversammlung am Mittwoch verspricht Spannung.

MOSKAU/FRANKFURT. Nach Informationen des Handelsblatts aus unternehmensnahen Kreisen wird es dem Moskauer Milliardär bis zur Hauptversammlung von K+S am Mittwoch nicht gelingen, einen Vertreter in das Aufsichtsgremium des Dax-Konzerns zu entsenden. Beide Seiten versuchten vor dem Aktionärstreffen jedoch, offenen Konflikt zu vermeiden. Eine Einigung sei in einigen Wochen oder Monaten denkbar, heißt es.

Melnitschenko, dem der russische Düngemittelhersteller Eurochem sowie Russlands größter Kohleproduzent Suek gehören, war 2007 bei K+S eingestiegen und ist heute mit 16 Prozent der größte Einzelaktionär. Zuletzt hatte er Mitte April seine Anteile aufgestockt. K+S zögert aber, Melnitschenko einen Sitz im Aufsichtsrat zu gewähren.

Der Russe, der sein Vermögen in den 90er-Jahren als Gründer der MDM-Bank vor allem im Finanzsektor gemacht hat, wiederum fährt zweigleisig. Einerseits wirbt er um K+S, andererseits schließt er nicht aus, sich mittelfristig wieder von seinem Investment zu trennen, sollte er kein Mitspracherecht erhalten. Die russische Seite sei "frustriert", heißt es in unternehmensnahen Kreisen. Jetzt hoffe man aber auf eine Einigung, es sei Bewegung in die Gespräche gekommen.

K+S will dazu nicht Stellung nehmen. Auch Eurochem, über die Melnitschenko bei dem Dax-Konzern eingestiegen ist, lehnt eine Stellungnahme ab. Ein K+S-Sprecher erinnerte aber daran, dass der Aufsichtsrat erst im vergangenen Jahr für fünf Jahre neu gewählt worden sei. Damals habe auch der Vertreter von Eurochem auf der Hauptversammlung der Wahl zugestimmt. Man sei im Gespräch mit dem russischen Großaktionär, so der Sprecher: "Aber wir reden mit Melnitschenko wie mit jedem anderen Aktionär auch."

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