Großinvestoren verklagen VW
Der Abgas-Skandal lässt Volkswagen nicht los

Der Abgas-Skandal nagt am Volkswagen-Absatz: In der wichtigsten Verkaufsregion Europa kämpft der Konzern mit bröckelnden Marktanteilen. Zudem klagen Großinvestoren in den USA auf Schadensersatz und fordern Milliarden.

Wolfsburg, StuttgartBei Volkswagen zieht die Abgas-Affäre weitere Klagen von Großinvestoren nach sich - zugleich kämpft der Konzern in der wichtigen Verkaufsregion Europa mit bröckelnden Marktanteilen.

Die Klagewelle gegen VW wegen der Diesel-Krise wird größer. Die mächtige Fondsgruppe Blackrock teilte am Donnerstag mit, „für eine Reihe von Fonds und gemeinsam mit weiteren institutionellen Investoren rechtliche Schritte gegen die Volkswagen AG eingeleitet“ zu haben. Dies ergebe sich aus „dem Versäumnis von Volkswagen, gegenüber seinen Investoren den Einsatz von Abschalteinrichtungen offenzulegen, die für manipulierte Emissionstests verwendet wurden.“ Zuvor hatte auch der „Spiegel“ vorab über neue Klagen berichtet.

Im August kletterte der Absatz von Neuwagen aus dem Mehrmarken-Reich der Wolfsburger zwar klar um 6,9 Prozent. Aber das genügte nicht, um den durchschnittlichen Branchenzuwachs von 10 Prozent zu erreichen.

Der Marktanteil des europäischen Branchenprimus sackte von fast 27 Prozent im August 2015 - kurz vor dem Ausbruch der Diesel-Krise - auf unter 26 Prozent ab, wie die Stuttgarter Beratungsgesellschaft EY am Donnerstag in einer Analyse festhielt. Zwischenzeitlich, im März und Dezember, hatte der Anteil sogar nur gut 22 Prozent betragen.

Volkswagen muss damit auf dem Heimatkontinent seit dem Beginn des Diesel-Skandals in der Tendenz Federn lassen. So legten die Pkw-Neuzulassungen, die mit dem Absatz fast identisch sind, EU-weit in den ersten acht Monaten 2016 um 8,1 Prozent zu. Doch der VW-Konzern kam per Juli in Europa nur auf 2,6 Prozent Plus, wobei die schweren Nutzfahrzeuge schon mit eingerechnet sind. Frische Zahlen zum August stellt Europas größter Autobauer am Freitag vor. Seit 2009 war der EU-Marktanteil des Konzerns bis 2015 nur gestiegen.

Laut der EY-Analyse gibt es daheim in Deutschland allerdings einen Lichtblick für die Wolfsburger: Der Konzern sei im August hierzulande erstmals seit Beginn der Abgas-Affäre vor einem Jahr stärker als der Markt gewachsen. Der Marktanteil stieg von 36,5 auf 37,1 Prozent. In anderen großen EU-Staaten setzte sich der Abwärtstrend dagegen fort. In Spanien, Italien, Großbritannien und Frankreich schrumpften die Marktanteile um Werte zwischen 1,1 und 2,2 Prozentpunkten.

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