Großkunde baut eigenen Motor
Thielert übt sich in Gelassenheit

Laut eines Magazins will der Kleinflugzeug-Hersteller Diamond Aircraft schon sehr bald einen eigenen Turbodieselmotor präsentieren. Das wäre schlecht für den Hamburger Flugzeugmotorenhersteller Thielert, ist Diamond doch einer seiner wichtigsten Kunden. Thielert versucht zu beruhigen.

HB/der HANNOVER. „Selbst wenn Diamond in drei bis vier Jahren einen eigenen Motor in Serie brächte, würde das für uns keinen Umsatzeinbruch bedeuten“, sagte ein Thielert-Sprecher am Montag. „Wir gehen davon aus, dass wir das kompensieren könnten.“ Er verwies auf eine kürzlich getroffene Vereinbarung über die Lieferung mehrerer Tausend Motoren an den US-Flugzeugbauer Cessna in den nächsten Jahren.

Allerdings handelt es sich im Falle Cessna nicht um einen definitiven Auftrag, wie der Sprecher vor zwei Wochen gegenüber dem Handelsblatt gesagt hatte. Das Unternehmen hatte eine Mitteilung herausgegeben, die den Eindruck erweckte, es habe vom US-Flugzeugbauer einen großen Auftrag erhalten. Thielert erwarte „für die nächsten Jahre, Tausende Motoren ausliefern zu können“, stand darin. Daraufhin war der Kurs um über 20 Prozent hochgeschnellt. Allerdings relativierte Cessna diese Darstellung wenig später, worauf die Aktie wieder um gut 5 Prozent nachgab. Es sei noch überhaupt nicht klar, ob es tatsächlich zum Einbau von Motoren kommen werde, hieß es. Frühestens Ende 2008 werde darüber entschieden, sagte ein Sprecher des US-Unternehmens.

Thielert hat einen dieselbetriebenen Flugzeugmotor entwickelt, ein Novum. Das Aggregat eignet sich für kleine einmotorige Propellermaschinen. Mit Cessna besteht seit 2004 eine Entwicklungspartnerschaft, aus der allerdings bislang noch kein Serienprodukt hervorgegangen ist. So ist Diamond der einzige Hersteller, der im Moment serienmäßig Thielert-Motoren verbaut.

Der Wiener Kleinflugzeughersteller will einem Bericht des Magazins „Euro am Sonntag“ zufolge aber bereits binnen eines Jahres einen eigenen Turbodiesel herausbringen. Dieser solle eine deutlich bessere Leistung haben als der bislang verwendete Thielert-Motor. Damit drohe bei dem Hamburger Unternehmen der Absatz von jährlich rund 550 Motoren wegzubrechen, heißt es in dem Bericht. Eine Diamond-Sprecherin wollte sich dazu nicht äußern. Dass Diamond an einem eigenen Motor arbeitet, hatte das Unternehmen allerdings bereits vor einiger Zeit grundsätzlich bestätigt. Auf Diamond Aircraft entfällt Thielert zufolge rund ein Viertel des Konzernumsatzes.

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