Großprojekt mit US-Konzern
BASF greift Bayer bei Kunststoffen an

Die Chemiekonzerne BASF und Dow Chemical prüfen den Bau einer neuen Großanlage für das Kunststoff-Vorprodukt TDI in Europa. Sie intensivieren damit ihre Zusammenarbeit im Bereich der Polyurethane (PU), einem Segment des Kunststoffmarktes, das derzeit stark expandiert und bisher von Bayer dominiert wird.

FRANKFURT. Projektiert wird eine Anlage für die Produktion von jährlich 300 000 Tonnen TDI ab 2011, was knapp einem Fünftel der derzeit weltweit installierten Kapazität für diese Chemikalie entspricht. Eine definitive Entscheidung über das Projekt und den Standort soll erst 2007 fallen. Die gestrige Ankündigung der beiden Konzerne dient damit offenbar vor allem dazu, Konkurrenten vor ähnlichen Überlegungen abzuschrecken. Sie untermauert zugleich aber auch den starken Expansionsdrang von BASF in diesem Teil des Kunststoff-Geschäfts.

Der Ludwigshafener Konzern schickt sich damit an, die Führungsposition von Bayer bei Polyurethanen zu attackieren. Vor zwei Monaten starteten BASF und Dow bereits den Bau einer neuartigen Anlage für Propylenoxid, eine Chemikalie, die ebenfalls für Polyurethane benötigt wird. Im August nahm BASF ferner eine Fabrik für die PU-Vorprodukte TDI und MDI in Caojing nahe Shanghai in Betrieb. Vor gut einem Jahr kaufte er zudem TDI-Anlagen vom US-Konzern Huntsman in Louisiana. BASF verfügt damit schon heute über rund ein Drittel der weltweiten TDI-Kapazitäten von etwa 1,7 Mill. Tonnen und - ebenso wie Bayer - über rund ein Viertel der MDI-Kapazitäten.

Polyurethane zeichnen sich durch ihre Vielseitigkeit aus und erzielten im vergangen Jahr weltweit Umsätze von etwa 25 Mrd. Dollar, ein Plus von mehr als 40 Prozent gegenüber 2003. "Vor allem in den asiatischen Ländern wächst der Markt signifikant", sagt Chemieexperte Jürgen Reck von Oppenheim Research. Neben einer starken Nachfrage spielten dabei allerdings auch massive Preiserhöhungen eine Rolle.

Klarer Marktführer (vor BASF, Dow und Huntsman) - und wahrscheinlich auch der profitabelste Hersteller auf dem Gebiet - ist weiterhin der Bayer-Konzern mit einem Polyurethan-Umsatz von zuletzt knapp fünf Mrd. Euro. PU-Kunststoffe liefern damit rund die Hälfte der Erlöse des Bayer-Teilkonzerns Bayer Material Science.

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