Grüne Energie
EnBW will öffentliche Gelder für Energiewende

Der Energiekonzern EnBW fordert für den Umbau auf erneuerbare Energien insgesamt 800 Millionen Euro vom Land Baden-Württemberg und kommunalen Aktionären.- und die sträuben sich.

Stuttgart, DüsseldorfEnBW-Chef Hans-Peter Villis benötigt von seinen Großaktionären eine Finanzspritze von rund 800 Millionen Euro zur Neuausrichtung des Energiekonzerns. Das Geld benötigt die EnBW zuzüglich zu geplanten Verkäufen und einem Sparprogramm. Es soll dazu verwendet werden, die Herausforderungen durch die Energiewende bewältigen zu können, wie gestern in Kreisen bestätigt wurde, die mit den internen Planungen vertraut sind. Villis wird seinen beiden Großaktionären, dem Land Baden-Württemberg und dem kommunalen Zweckverband OEW, die Pläne auf der kommenden Aufsichtsratssitzung am 22. September darlegen.

Vor allem beim Land stößt Villis aber auf großen Widerstand. Finanzminister Nils Schmid (SPD) reagierte pikiert. "Der Vorstand soll erst einmal seine Strategie vorstellen und klar sagen, wohin er mit dem Konzern will, bevor wir über die Finanzierung reden", ließ Schmid über seinen Sprecher mitteilen. Der Finanzminister sitzt für das Land im EnBW-Aufsichtsrat.

Die EnBW ist - wie die Konkurrenten Eon und RWE - durch den überraschenden Beschluss zum Atomausstieg in Deutschland unter Druck geraten. Zum einen brechen die Kernkraftwerke, die bislang rund die Hälfte des EnBW-Stroms produzierten, als zuverlässige Gewinnbringer weg. Im ersten Halbjahr musste die EnBW einen Verlust von knapp 600 Millionen Euro verkraften - unter anderem wegen Abschreibungen und Rückstellungen in der Kernkraftsparte.

Zum anderen benötigt das Unternehmen Kapital für Investitionen, um sich an der Energiewende zu beteiligen. Es will in erneuerbare Energien investieren, beispielsweise in weitere Windparks in Nord- und Ostsee, sowie Gaskraftwerke bauen. Dabei drückt den Konzern schon jetzt eine Nettoverschuldung von 8,6 Milliarden Euro. Die Ratingagenturen haben die EnBW wie auch Eon und RWE unter strenger Beobachtung. Der Konzern muss um sein gutes "A"-Rating bangen.

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750-Millionen Euro Sparpaket

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