Grünes Licht für Übernahme erwartet
Nach Renal-Kauf will FMC 2007 wieder Gewinnplus verbuchen

Nach der angestrebten Übernahme des US-Wettbewerbers Renal Care Group (RCG) rechnet der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) ab dem Jahr 2007 wieder mit einem Gewinnwachstum von bis zu 14 Prozent.

HB FRANKFURT. FMC-Chef Ben Lipps sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Montag, dank der Übernahme von RCG für 3,5 Mrd. Dollar gehe er beim Nettogewinn 2007 von einem Zuwachs von 13 bis 14 % aus. „Dieses Jahr erwarten wir einen Anstieg von mehr als zehn Prozent, das wird 2007 anziehen.“ In der Jahresprognose sei die Übernahme noch nicht enthalten, 2006 werde sich der Kauf neutral auswirken. Er rechne damit, dass die Behörden im vierten Quartal dieses Jahres grünes Licht für die Übernahme geben würden. Die Integration von RCG werde dann in etwa einem Jahr abgeschlossen sein. Für die Übernahme seien 50 Mill. Dollar an Restrukturierungskosten eingeplant, ergänzte Ulf Schneider, Chef der der FMC-Mutterkonzern Fresenius AG. FMC hat vergangenes Jahr bei einem Umsatz von 6,23 Mrd. Dollar einen Gewinn von 402 Mill. Dollar verbucht.

Bei dem von Experten viel beachteten Umsatz je Behandlung in den USA rechnet Lipps im kommenden Jahr auf Grund der Übernahme mit einem Anstieg auf mehr als 300 Dollar. Im ersten Quartal dieses Jahres lag der Umsatz bei 293 Dollar. Die Erlöse je Behandlung bei Renal Care lägen zwischen 316 und 318 Dollar, sagte Lipps. Mit dem Kauf von Renal Care stärkt FMC sein US-Geschäft und rückt dort wieder auf Platz eins.

Die seit 1996 bestehenden Firmen arbeiten bereits mehrere Jahre zusammen. So beziehe RCG etwa 50 % seiner Produkte von FMC. Dieser Anteil werde voraussichtlich auf 90 % steigen, sagte Lipps. FMC ist weltweit führend bei Produkten und Dienstleistungen zur Behandlung von chronisch Nierenkranken. Renal Care ist nur in den USA aktiv.

Die Übernahme wird Schneider zufolge einen Stellenabbau zur Folge haben. Eine genaue Zahl stehe noch nicht fest. Der Chef von Renal Care, Gary Brukardt, habe sich bereit erklärt, bei dem neuen Unternehmen zu bleiben.

Dank des RCG-Zukaufs werde FMC seine angepeilte Gewinnspanne von weltweit 15 % voraussichtlich bereits 2008 statt wie geplant 2010 erreichen, sagte Lipps. In den USA stünden nun keine weiteren großen Zukäufe an. FMC werde sich bei Akquisitionen auf Märkte außerhalb der USA konzentrieren. Das Budget dafür werde in den kommenden Jahren wie in der Vergangenheit zwischen 100 und 200 Mill. Dollar liegen.

Angesichts der RCG-Übernahme hatten die Ratingagenturen Standard & Poor's (S&P) und Moody's angekündigt, sie prüften die Bonitätsbewertung von Fresenius und FMC auf eine mögliche Herabstufung. Das Rating könne bei beiden Unternehmen um jeweils bis zu zwei Stufen gesenkt werden. S&P hatte erklärt, das Langfrist-Rating „BB+“ der beiden Unternehmen werde auf die negative Beobachtungsliste gesetzt. Fresenius-Chef Schneider sagte dazu, es könne aber durchaus sein, dass das Rating für dei Fresenius-Gruppe nur um eine Stufe herabgesetzt werde.

FMC hatte vergangene Woche außerdem bekannt geben, dass im Zuge einer Änderung der Rechtsform die Vorzugs-Aktien in Stammaktien umgewandelt werden. Der größte Anteilshaber, die Fresenius AG, wird mit der Umwandlung dann noch 37 % nach 50,8 % an FMC halten. „Unabhängig von Fresenius kann sich FMC dann seine Wachstumspläne finanzieren, und Fresenius könnte mit dem Verkauf von Aktien eigenes Wachstum unterstützen“, sagte Lipps. Beide Manager betonten, derzeit habe Fresenius nicht die Absicht, FMC-Aktien zu verkaufen.

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