Grundig Sat Systems
Kleine Grundig ganz groß

Einst war Grundig ein stolzer deutscher Elektronikkonzern mit Milliardenumsätzen – bis er pleite ging und zerschlagen wurde. Eine ehemalige Randsparte hat es in den Folgejahren zu unerwarteter Blüte gebracht: Grundig Sat Systems, die Empfangsgeräte fürs Satelliten-Fernsehen herstellt. Eine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte. Made in Germany.

MÜNCHEN. Im großen Grundig-Reich ist das Geschäft mit Empfängern fürs Satelliten-Fernsehen stets ein Randbereich gewesen. Ein „kleiner Exot“, wie es der Unternehmer Fred Hübner nennt. Dreieinhalb Jahre nach der Insolvenz des einstigen Milliardenkonzerns geht es der früher kaum beachteten Sparte aber erstaunlich gut. „Wir sind nachhaltig profitabel und wachsen jedes Jahr zweistellig“, sagt Hübner, der den Bereich aus der Insolvenz heraus zusammen mit Partnern im Zuge eines Management-Buy-Out gekauft hat.

Grundig Sat Systems (GSS), wie das Unternehmen seit der Übernahme im April 2004 heißt, ist mit einem Umsatz von 16 Mill. Euro zwar immer noch verhältnismäßig klein. Doch den neuen Eigentümern ist es gelungen, die 80 Arbeitsplätze zum Zeitpunkt der Insolvenz zu erhalten. Zudem ist GSS die einzige Nachfolge-Gesellschaft der Grundig AG, die noch immer auf dem angestammten Werksgelände in Nürnberg-Langwasser produziert. „Bis Ende März arbeiten wir sogar in zwei Schichten“, sagt Hübner.

GSS produziert Geräte für den Satelliten-Empfang. Kerngeschäft sind Anlagen, wie sie etwa für Mehrfamilienhäuser gebraucht werden oder wie sie Kabelnetzbetreiber einsetzen. Darüber hinaus verkaufen die Franken aber auch Satelliten-Receiver fürs Wohnzimmer.

Außer in der GSS lebt der Markenname Grundig noch in drei Firmen weiter: In Grundig Intermedia ist die Unterhaltungselektronik gebündelt, das ehemalige Kerngeschäft des Nürnberger Konzerns. Die Sparte Autoradios gehört dem amerikanischen Autozulieferer Delphi. Dann gibt es noch den mittelständischen Diktiergerätehersteller Grundig Business Systems, der in der Hand von Finanzinvestoren ist.

Größter Brocken des ehemaligen Grundig-Imperiums ist Grundig Intermedia mit einem Umsatz, der im kommenden Jahr auf eine halbe Mrd. Euro klettern soll. Die Firma gehört dem türkischen Elektrokonzern Beko und dem britischen Unterhaltungsgeräteanbieter Alba. Das Unternehmen schreibt jedoch rote Zahlen.

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