Grundsätzliches Interesse
Thyssen-Krupp will ungarische Stahlfirma

Der Mischkonzern Thyssen-Krupp will bei der Privatisierung des ungarischen Stahlunternehmens Dunaferr zum Zuge kommen. "Wir sind grundsätzlich an Dunaferr interessiert", sagte ein Sprecher der Stahl-Sparte des Konzerns in einem Zeitungsbericht. Ein solches Interesse zeigte aber auch der österreichische Stahlkonzern Voestalpine.

HB DÜSSELDORF. Dunaferr habe eine gute Stellung im ungarischen Markt, begründete der Thyssen-Krupp-Sprecher das Interesse. Allerdings müsse das Unternehmen modernisiert werden. Von den rund zwei Mill. Tonnen in Ungarn produzierten Rohstahls entfallen seinen Angaben zufolge 1,65 Mill. Tonnen auf Dunaferr.

„Bislang haben wir uns in der Region (Mittelosteuropa) eher in der Beobachterrolle gesehen“, sagte der Sprecher weiter. Thyssen-Krupp hatte vor Monaten einen Einstieg in die privatisierte polnische Stahlindustrie erwogen. In der deutschen Stahlbranche wird bezweifelt, dass der Marktführer sich tatsächlich einen modernisierungsbedürftigen Stahlkocher aus Osteuropa ans Bein bindet. Von den vielen Interessenten dürften am Ende nur ganz wenig übrig bleiben, hieß es. Interesse an Dunaferr haben auch die britische LNM Gruppe und US Steel bekundet.

Die staatliche ungarische Privatisierungsagentur APV hatte Mitte September angekündigt, für ihren knapp 80-prozentigen Dunaferr-Anteil einen strategischen Investor zu suchen. Dieser Investor müsse sich verpflichten, in den nächsten fünf Jahren mindestens 250 Mill. € zu investieren und auch kurzfristig frisches Kapital zuzuschießen. Außerdem müsse der neue Eigentümer die Belegschaftsstärke bei 8500 halten und die Arbeitsbedingungen verbessern. Verbindliche Kaufangebote sollen bis zum 8. Dezember vorgelegt werden.

voelstalpine habe sich die Ausschreibungsunterlagen besorgt, teilte voestalpine am Dienstag mit. Ob ein Angebot abgegeben werde, stehe aber noch nicht fest. Das grundsätzliche Interesse begründete der Linzern Stahlhersteller mit den bestehenden Kontakten zu Dunaferr. So sei die Tochter Stahl Linz bereits mit 45,2 % an DWA Dunaferr voestalpine, dem Kaltwalzwerk der Dunaferr-Gruppe, beteiligt.

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