Grundstoffindustrie
Alu- und Kupferhersteller heizen die Öfen an

Eine wichtige deutsche Grundstoffindustrie kann vorerst aufatmen: Führende Hersteller von Aluminium, Zink und Kupfer sehen nach einer mehrmonatigen Talfahrt erste Anzeichen für eine Belebung der Nachfrage. Der größte deutsche Alu-Hersteller Trimet etwa geht wieder auf die volle Auslastung. Dabei hilft nicht zuletzt die Bundesregierung.

gil/mjh/mr DÜSSELDORF/FRANKFURT. Eine wichtige deutsche Grundstoffindustrie kann vorerst aufatmen: Führende Hersteller von Aluminium, Zink und Kupfer sehen nach einer mehrmonatigen Talfahrt erste Anzeichen für eine Belebung der Nachfrage. Flankiert wird der Aufwärtstrend durch von der Politik beschlossene Kostenentlastungen, die das Hochfahren der Produktion rentabel machen. Die Branche zählt zu den wichtigen Zulieferern der Auto-, Luftfahrt- und Bauindustrie.

"Wir gehen wieder auf die volle Auslastung von 360 Öfen", sagte Heinz-Peter Schlüter, der Inhaber und Aufsichtsratsvorsitzende von Deutschlands größtem Aluminiumproduzenten Trimet. Eine Sprecherin des größten europäischen Kupferproduzenten Aurubis äußerte sich ebenfalls zuversichtlich: "Die Nachfrage scheint den Boden erreicht zu haben, in einzelnen Bereichen sehen wir bereits eine leichte Belebung des Geschäfts."

Auch Karlheinz Scherer, Mitglied der Geschäftsleitung des Aluminiumproduzenten Voerdal in Voerde am Niederrhein, sieht "auf der Absatzseite den Hauch einer Erholung". Aufgrund der von der Bundesregierung in Aussicht gestellten öffentlichen Fördermittel lohne es sich jetzt wieder, Primäraluminium herzustellen, anstatt zur Produktion des Leichtmetalls Recycling-Material einzusetzen. Der Aluminiumpreis an der Londoner Metallbörse hat sich gegenüber seinem Tief im Februar von 1 300 Dollar auf aktuell 2 000 Dollar je Tonne kräftig erholt.

Zur Stützung der stromintensiven Unternehmen der Nichteisen-Metallbranche hat die Bundesregierung für das zweite Halbjahr 2009 einen Förderbetrag von bis zu 40 Mio. Euro bereitgestellt. Die Hersteller von Aluminium, Zink und Kupfer klagen seit Jahren über im Vergleich zu anderen Ländern hohe deutsche Strompreise.

Sie fordern deshalb einen Ausgleich für die im Strompreis enthaltenen Kosten für den Ausstoß des klimaschädlichen Gases CO2. Die Stromproduzenten müssen für den Betrieb ihrer fossilen Kraftwerke Emissionszertifikate nachweisen und stellen diese ihre Kunden zu Marktpreisen in Rechnung. Die Metallbranche beziffert ihre jährliche Mehrbelastung gegenüber ausländischen Konkurrenten auf rund 100 Mio. Euro. Viele Unternehmen ringen um ihre Existenz.

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