Grundstückseigner hoffen
Hängepartie um Hamburger Airbus-Piste

Die umstrittene Verlängerung der Start- und Landebahn beim Airbus-Werk in Finkenwerder droht erneut zu einer Hängepartie zu werden. Denn nach den aktuellen Stornierungen der Frachtversion des A 380 sehen die 28 Eigentümer eines verbliebenen Sperrgrundstücks ihre Chancen steigen, dass die Gerichte einem weiteren Ausbau der Landebahn einen Riegel vorschieben.

HAMBURG. „Unsere Chancen sind deutlich gewachsen“, sagt Rüdiger Nebelsieck, Rechtsanwalt der Grundstückseigner, dem Handelsblatt. Er fordert deshalb einen Baustopp, solange der Airbus-Mutterkonzern EADS nicht geklärt hat, ob die Frachtversion des A380 gebaut und von Hamburg aus geliefert wird. „Es wäre klug, solange den Weiterbau zu stoppen“, erklärt der Anwalt.

Am Dienstag vergangener Woche hatte der US-Logistikriese Fedex seine Order über zehn Jets storniert, weil sich die Auslieferung des Superjumbos verzögert. Daraufhin hatte EADS-Finanzchef Hans-Peter Ring öffentlich eine Aussetzung des Frachterprogramms nicht mehr ausgeschlossen, sollte der Logistikriese UPS und die Leasingfirma ILFC die Aufträge für die bereits bestellten 15 Flieger nicht bestätigen.

Die aktuelle Stornierung der Frachtversion des A380 durch Fedex spielt aber den Hamburger Grundstückseignern im anstehenden Gerichtsverfahren die Argumente in die Hand. Denn die EADS-Tochter Airbus nannte stets die schwere Frachtversion des A380 als Hauptgrund dafür, dass die Startbahn in der Elbmetropole verlängert werden muss. „Wenn die Frachtversion nicht von Hamburg ausgeliefert wird, dann gibt es keinen Bedarf mehr für die Start- und Landebahnverlängerung und die Eilbedürftigkeit ist nicht mehr gegeben“, sagt Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer der Naturschutzorganisation BUND.

Am Freitag geht der Streit um die Landebahnverlängerung in die nächste Runde. Dann will das Hamburger Landgericht darüber beraten, ob die geplante Enteignung des 100 Quadratmeter großen Sperrgrundstücks auf der Landebahn Rechtens ist. „Es ist keine Entscheidung zu erwarten“, so eine Gerichtssprecherin.

Um den Ausbau der Landebahn in Hamburg-Finkenwerder gibt es seit Jahren Streit zwischen der Stadt und den Anwohnern. Mehrere Gerichte hatten sich bereits damit beschäftigt, einen Baustopp verfügt – und ihn wieder aufgehoben. Hamburg erließ vor zwei Jahren sogar ein eigenes Werkflugplatz-Enteignungsgesetz – und musste am Ende dennoch für 44 Mill. Euro Grundstücke einkaufen.

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