Gut Vernetzt
Notheis hatte Kontakt zur Bundesregierung

Der Investmentbanker schrieb der Kanzlerin, beriet Staatssekretäre und vermittelte Kontakte zu US-Investoren. Regelmäßig arbeitete seine Bank mit der KfW und der Finanzagentur zusammen.
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Düsseldorf Die Frage lag nahe: Wie eng waren eigentlich die Kontakte des Ex-Deutschland-Chefs von Morgan Stanley, Dirk Notheis, zur Bundesregierung? Schließlich war der CDU-Politiker mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Stefan Mappus, so verbunden, dass er maßgeblich den umstritten Einstieg bei EnBW steuern konnte. Am 31. Juli stellte die Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl von den Grünen eine entsprechende Anfrage. Nach wochenlangen Recherchen in den Fachministerien hat das federführende Bundesfinanzministerium nun geantwortet. Doch das Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt, stellt die Antragstellerin nicht zufrieden: „Die Antwort eröffnet viele neue Fragen“, sagte Kotting-Uhl.

So heißt es gleich zu Beginn des achtseitigen Schreibens: „Mögliche private Kontakte unterfallen nicht dem Verantwortungsbereich der Bundesregierung und werden deshalb nicht aufgeführt“. Auch könne eine „lückenlose Aufstellung der in dem mehrere Jahre umfassenden Zeitraum stattgefunden dienstlichen Telefonate, Gespräche, Sitzungen oder anderer Veranstaltungen nebst Teilnehmern“ nicht gewährleistet werden. Dabei zeigen schon die vorliegenden Daten, wie eng Notheis mit einflussreichen Regierungsmitgliedern vernetzt war. Egal, ob Euro-krise, Energiepolitik oder die Zukunft des Arbeitsmarktes - der Banker war ein gefragter Ratgeber.

Der Bundeskanzlerin schrieb Notheis mehrfach Mails. Am 16. September 2011 meldete er sich zum europäischen Bankensektor. Am 19. Januar 2012 bot er sich beim Thema Offshore-Wind an. Und am 22. Februar 2012 meldete er sich, um über die Stimmungslage an der Wall Street zu berichten. Am 16. März 2010 war Notheis im Kanzleramt, um über die EADS zu sprechen. Mehrfach traf oder telefonierte er mit Eckart von Klaeden, Staatsminister bei der Bundeskanzlerin, und vermittelte ihm auch Treffen mit US-Fondsmanagern. Aber auch mit Staatssekretären des Bundesfinanzministeriums, Hans Bernhard Beus, Jörg Asmussen und Werner Gatzer, hielt er Kontakt. Von Bundesarbeitsministern Ursula von der Leyen wurde er 2011 zum Dialog-Forum „Zukunft der sozialen Marktwirtschaft“ eingeladen.

Morgan Stanley beriet in der laufenden Wahlperiode unter anderem das Bundesverkehrsministerium bei der geplanten Beteiligung der Deutschen Flugsicherung am britischen Pendant NATS. Regelmäßig arbeitet die Bank mit der bundeseigenen Finanzagentur zusammen und auch mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

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