Gute Bilanz 2005
Enel verdient sich das Geld für den Suez-Kauf

Der italienische Versorger Enel, der zurzeit mit Gaz de France und der französischen Regierung um den dortigen Versorger Suez ringt, hat im vergangenen Jahr gut verdient. Geld für den Zukauf ist also vorhanden.

HB MAILAND. Der Überschuss stieg 2005 auf 3,89 Mrd. Euro nach 2,63 Mrd. im Vorjahr, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Mailand mit. Auch vor Sondereinnahmen durch den Verkauf von Vermögenswerten stieg der Gewinn und zwar von vergleichbaren 1,86 Mrd. Euro im Vorjahr auf 2,74 Mrd. Euro. Die Dividende für 2005 soll bei 0,44 Euro liegen. Anfang Februar hatte Enel bereits vorläufige Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr veröffentlicht. Demnach kletterte der Umsatz von 31 auf 34 Mrd. Euro, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich von 7,0 auf 7,7 Mrd. Euro.

Enel kündigte an, den operativen Gewinn in den kommenden beiden Jahren weiter steigern zu wollen. Das Ebitda werde sich bis 2007 um jährlich mindestens 3 Prozent erhöhen. 2007 will Enel bei den operativen Kosten im Vergleich zum vergangenen Jahr 200 Mill. Euro einsparen. Wo das Unternehmen sparen will, wurde zunächst nicht bekannt gegeben.

Zu dem seit langem erwarteten offiziellen Gebot für Suez äußerte sich das Unternehmen nicht. In einer Mitteilung hieß es lediglich, künftige Zukäufe würden voraussichtlich den operativen Gewinn weiter antreiben. Wie am Dienstag aus Unternehmenskreisen verlautete, ist Enel mit seinem Übernahmeangebot für Suez aber startbereit. Enel sei entschlossen, für den Konkurrenten zu bieten, hieß es. Die Finanzierung und die technischen Modalitäten seien geklärt. „Man muss nur den roten Knopf drücken“, heißt es in den Kreisen. Das Unternehmen habe deshalb auch keine Absicht, sich mit kleineren Beteiligungen zu begnügen, die bei einer Fusion von Gaz de France mit Suez abfallen würden.

Damit dürften Versuche der Franzosen, mit Enel eine gütliche Einigung anzustreben, chancenlos sein und zwischen Gaz de France und Enel endgültig eine Übernahmekampf um Suez entbrennen. Gaz de France und Suez hatten Anfang März überraschend eine Fusion vereinbart und waren damit einer Übernahmeofferte des italienischen Konkurrenten für Suez zuvor gekommen. Die Pläne werden von der französischen Regierung unterstützt, die einen nationalen Energiechampion schaffen will und Gaz de France kontrolliert. Enel beklagte sich umgehend bei der EU über den französischen Protektionismus und prüft seither eine feindliche Offerte. Ein solches Angebot wird auf 50 Mrd. Euro geschätzt.

kes/chr REUTERS

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